ENAG

ENAG ist ein von belgischen Literaturwissenschaftlerinnen und Literaturwissenschaftlern  ausgehendes Forschungsprojekt, an dem die Universitäten Brüssel, Gent und Leuwen beteiligt sind und das sich zum Ziel setzt, die literarischen Neo-Avantgarden zu untersuchen. Dazu haben sie Forscherinnen und Forscher aus Paris und aus Wien eingeladen. Von der Universität Wien sind die Mitglieder von ViennAvant Roland Innerhofer, Sabine Müller und Thomas Eder beteiligt.

Mehr zu diesem Projekt auf http://enag.be/mission-statement/

Von 6. – 7. April 2017 fand in Wien an Workshop  der Gruppe statt.

Programm:

Donnerstag, 6. April, 2017
13:00 – 18.30 Campus Altes AKH, Alte Kapelle, 1090 Wien
Lars Bernaerts (Gent): On Ivo Michiels
Lieselot De Taeye (Brüssel): On Collage & Montage
Thomas Eder (Wien): On Oswald Wiener
Roland Innerhofer, Georg Oberhumer (Wien): On Konrad Bayer

Freitag, 7. April, 2017
10:00 – 14:00 Literaturmuseum, Johannesgasse 6, 1010 Wien
Vincent Broqua (Paris): On Kenneth Goldsmith
Inge Arteel (Brussels): On Peter Weiss
Brigitte Félix (Paris): On Lance Olsen
Desiree Hebenstreit, Laura Tezarek (Wien): On Andreas Okopenko

https://networks.h-net.org/node/79435/discussions/172609/konf-proof-pudding-neo-avant-garde-theory-applied-neo-avant-garde

 

Schmäh als ästhetische Strategie der Wiener Avantgarden

Donnerstag, 8. Oktober 2015, 18:30 Uhr
21er Haus – Blickle Kino
Arsenalstraße 1
1030 Wien

• Präsentation der Publikation « Schmäh als ästhetische Strategie der Wiener Avantgarden » durch die Herausgeberin Irene Suchy und die weiteren Autoren Rudolf Kohoutek, Harald Krejci und Helmut Neundlinger.

• Kurzfilme Ernst Jandl und Otto M. Zykan

• Diskussion mit Peter Baum

• Musikalischer Rahmen: Erwin Belakowitsch, Tenor, Christoph Berner, Klavier. Lieder von Otto M. Zykan

• Büchertisch
Informationen zur Publikation:
Schmäh als ästhetische Strategie der Wiener Avantgarden
Irene Suchy (Hg.). Mit Beiträgen von Rudolf Kohoutek, Harald Krejci, Helmut Neundlinger, Irene Suchy. edition seidengasse: Enzyklopädie des Wiener Wissens Band 22 – Verlag Bibliothek der Provinz

Mehr zur Publikation

Heinz Frank, Tierhafte Architektur. Sinnbild von Anschmiegsamkeit

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— Hans Hollein, —————————————Hermann Czech——
Wolkenkratzer für Chicago – Antiquariat Löcher & Wögenstein
1958 ————————————————————————1973
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Coop Himmelblau, Villa Rosa, 1968

Die Auftritte der Avantgarden stießen im Wien der Nachkriegszeit weitgehend auf Unverständnis. Die Herausgeberin Irene Suchy und die weiteren Autoren Rudolf Kohoutek, Harald Krejci und Helmut Neundlinger schlagen eine neue Sicht auf diese künstlerischen Aktivitäten vor, die zu einer veränderten Wahrnehmung führt: Humor als ästhetische Strategie wie als politische Komponente eröffnet unerwartete Zugänge.

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Eine performative Vorlesung der Autorin und der Autoren, in der sie die Ergebnisse ihrer Untersuchungen präsentierten, wurde mit Projektionen von Ernst Jandl- und Otto M. Zykan-Kurzfilmen sowie weiteren Schlüsselwerken der beforschten Protagonisten illustriert.

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Erwin Belakowitsch trug Lieder von Otto M. Zykan vor, am Klavier Christoph Berner.

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Darauf folgte ein intensiver diskursiver Teil: Prof. Peter Baum, hervorragender Kenner der Wiener Avantgarden, schilderte diese Epoche, ihren Geist und ihre Atmosphäre an Hand exemplarischer Auftritte und ging der Frage nach, wie weit Kunst in Form von Schmäh und Witz die traumatischen Erfahrungen des Totalitarismus zu verarbeiten half und ob Humor als subversiver Gestus die Chance für neue ästhetische und politische Positionen geboten hat. Da viele Zeitzeugen anwesend waren, entwickelten sich intensive und teils auch leidenschaftliche Diskussionen zwischen ihm, dem Autor_innenteam und dem Publikum, die nach Museumsschluss noch im Museums-Café lange fortgesetzt wurden.

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Die Veranstaltung wurde gefördert durch das

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Archive der Avantgarden

Gerhard Rühm

Donnerstag, 10. Oktober 2013, 19:00 Uhr
Österreichische Nationalbibliothek
Oratorium
Josefsplatz 2
1010 Wien

Einführung: Bernhard Fetz

Gerhard Rühm begleitete sich am Flügel zu seinen Chansons

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Es diskutierten
Andreas Hapkemeyer
Wolfgang Gratzer
Klaus Kastberger

Moderation: Ronald Pohl, DERSTANDARD

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Das Österreichische Literaturarchiv hat den Vorlass von Gerhard Rühm aus den Jahren 1950 – 2011 angekauft, der 32 Kisten mit Werken, Korrespondenzen, Lebensdokumenten, Sammlungen und einer Nachlassbibliothek umfasst.

Aus diesem Anlass veranstaltete die Österreichische Nationalbibliothek ein Abend, bei dem dieser Bestand medial präsentiert wurde und Möglichkeiten seiner Erforschung und Nutzung aufgezeigt und diskutiert wurden. Vor allem aber wurde das Werk Gerhard Rühms in seinen multi- und interdisziplinären Facetten und im Kontext der Wiener Gruppe behandelt.

Eine Kooperation des Österreichischen Literaturarchivs mit ViennAvant und dem STANDARD.

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“Diskursraum Avantgarde”

Dienstag, 2. Oktober 2012, 18:30 Uhr
Österr. Akademie der Wissenschaften
Theatersaal
Sonnenfelsgasse 19/1. Stock
1010 Wien

• Präsentation der Publikation « Teststrecke Kunst. Wiener Avantgarden nach 1945 » durch die Herausgeberinnen Elisabeth Großegger und Sabine Müller

• « Diskursraum Avantgarde » Diskussion mit Nina Polaschegg, Anna Spohn, Gisela Steinlechner und den Herausgeberinnen. Moderation: Klaus Kastberger

• Musikalischer Rahmen: Anestis Logothetis, Agglomeration 1960 Interpretation und Projektion der graphischen Partitur:
Alexander J. Eberhard

• Büchertisch
Informationen zur Publikation:
Sonderzahl-Verlag www.sonderzahl.at 2012 Wien
ISBN 978 3 85449 368 6
Zum Inhaltsverzeichnis

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Der Abend „Diskursraum Avantgarde“ am 2. Oktober 2012 im Theatersaal der Österreichischen Akademie der Wissenschaften beleuchtete viele Facetten der Wiener Avantgarden. In seiner Eröffnungsansprache betonte der Direktor des Instituts für Kulturwissenschaften und Theatergeschichte der OeAW Michael Rössner die Bedeutung der Aufarbeitung der Wiener Avantgarden für das kulturelle Gedächtnis und die Besonderheit ihrer interdisziplinären Verfasstheit.

Die beiden Herausgeberinnen Elisabeth Großegger und Sabine Müller präsentierten den im Sonderzahl Verlag erschienenen Band „Teststrecke Kunst. Wiener Avantgarden nach 1945“, der – um zusätzliche Beiträge erweitert und ergänzt – das gleichnamige interdisziplinäre Symposium reflektiert, das in Kooperation von ViennAvant – Verein zur Erforschung der Wiener Avantgarden mit dem IKT – Institut für Kulturwissenschaften und Theatergeschichte (ÖAW) im Oktober 2009 stattfand.

Auf dieser Basis setzte die Diskussion „Diskursraum Avantgarde“ an. Mit Anna Spohn aus Kunst- und Kulturgeschichte, Gisela Steinlechner aus Literaturwissenschaft und Nina Polaschegg aus dem Musikbereich waren Forscherinnen aus drei Disziplinen eingeladen worden, die nicht Beiträgerinnen zur Publikation gewesen waren, um den Blick von außen hereinzuholen. Und in dieser Reflexion fielen zunächst unterschiedliche Meinungen zum gleichen Thema auf, aber auch gleiche Meinung zu unterschiedlichen Punkten.

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Gisela Steinlechner beschäftigte sich in ihren Beiträgen besonders mit dem Aspekt des Dekonstruierens, Auseinandernehmens, Schneidens, Zerlegens, der auf Methoden der Moderne rekurriert. In verschiedenen Disziplinen tauche das Thema der Reinigung auf, der Wunsch Tabula rasa zu schaffen. Diese Art der Inszenierung, lässt sich als performatives Verfahren, politisch begründen: Die Aufarbeitung des Nationalsozialismus sei zögerlich gewesen, die Verdrängungsanstrengung groß. Es habe vielfach aggressives Niederhalten schöpferischer Regungen gegeben. Gewalt kam in purgatorischen Verfahren poetologisch zum Ausdruck. Sowohl im Aktionismus als auch in der Wiener Gruppe sei das Thema Gewalt vorherrschend.

Das dekonstruktive Moment in der Wiener Gruppe sieht Klaus Kastberger allerdings vor allem als ein analytisches. Neben dem Aufsehen erregenden Aktionismus fänden konstruktive Entwicklungen in der öffentlichen Wahrnehmung weniger Aufmerksamkeit, merkte er an. In der vorliegenden Publikation würden die einzelnen Strömungen jedoch ausgewogen behandelt.

Anna Spohn ortete bei vielen Autoren ein Problem mit dem Avantgarde-Begriff. Eine gewisse Aggression schwinge bei diesem Begriff mit.

Auf die Frage des Moderators Klaus Kastberger nach der Definition des Avantgardebegriffs durch die Herausgeberinnen betonte Elisabeth Großegger, dass sich erst mit umfangreicher Forschungsarbeit eine klare Begriffsbildung für diese Nachkriegsavantgarden herauskristallisieren könne. Im jetzigen Stadium sei der Avantgardebegriff vor allem als Diskursbegriff zu verstehen. Man müsse überprüfen und genau hinsehen, um nicht in Abgrenzungsmanie zu verfallen und voreilig Künstlerpositionen auszuschließen. Das Ziel von ViennAvant, mit Forschung und kontextueller Sicht der Legendenbildung und der Selbsthistorisierung der Protagonisten entgegenzuwirken, werde wahrgenommen.

Auch Nina Polaschegg plädierte für intensive Arbeit am Diskurs verschiedenster Teilperspektiven der Avantgarde, um zu einer Begriffsbildung zu kommen. Ein zweiter Durchgang mit einem weiteren Symposium, um den Begriff neu zu durchdenken, sei sinnvoll. Bezüglich der Musik merkte sie an, dass sich hier die Randsituation Österreichs besonders negativ ausgewirkt habe. Die Avantgarden in der österreichischen Nachkriegsmusik seien international nicht präsent gewesen und auch Free Jazz nicht. Im Verhältnis dazu seien Literatur und Bildende Kunst international breit diskutiert worden.

Ein weiterer Aspekt wurde mit der Konstruktion der Figur „Kulturnation Österreich“ nach 1945 angesprochen. Die Künstler seien durch diese Nationalitätskonstruktion in ihrem eigenen Feld herausgefordert worden und haben auf ihre Weise reagiert.

Anna Spohn arbeitete die Figur des Bruchs heraus. Avantgarden seien Kunstströmungen, die mit vorausgegangenen gebrochen haben. Konsens herrschte, dass es berechtigt sei, von einer Wiener Avantgarde zu sprechen. Auch Zeitzeugen meldeten sich aus dem Publikum zu Wort und schilderten die Gruppendynamik der Wiener Avantgardisten. Sie seien eine dichte Gruppe einander konkurrenzierender Akteure gewesen und hätten einen dichten Resonanzraum erzeugt. Das Spezifische sei die Stimmung gewesen und die sei nicht vermittelbar.

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Diese Stimmung wurde jedoch in der Folge in der Interpretation und Projektion der graphischen Partitur von Anestis Logothetis durch Alexander J. Eberhard präsent und gab der Veranstaltung eines sehr dichten Abschluss.
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Nach dem offiziellen Ende der Veranstaltung gingen die Diskussionen intensiv weiter:

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Die Kulturabteilung der Stadt Wien hat die Veranstaltung gefördert. wienkultur

“Frauen und Avantgarde”

Montag, 17. Oktober 2011, 19:00 Uhr
mica – music austria
1070 Wien, Stiftgasse 29

mica focus – Podiumsdiskussion mit
Christine Grond, Philologin, Donau-Universität Krems, Leiterin Archiv der Zeitgenosssen
Gabriele Schor, Dozentin, Publizistin, Kunstkritikerin, Leiterin der Sammlung Verbund
Eva Maria Stöckler, Musikwissenschaftlerin, Donau-Universität Krems, Leiterin des Zentrums für Zeitgenössische Musik
Monica Titton, Soziologin, Institut für Soziologie der Universität Wien
Andrea Winklbauer, Kunsthistorikerin, Filmkritikerin, Kuratorin, Jüdisches Museum Wien

Moderation: Renata Schmidtkunz, Redakteurin, Moderatorin, ORF

– Ist Avantgarde männlich konnotiert?
– Oder führen andere Faktoren zu diesem Anschein und welche?
– Ist der Genderaspekt für Avantgardegruppen der gleiche wie für solitäre Avantgarde-Künstlerpersönlichkeiten?
– Was zeichnet eine Künstlerpersönlichkeit aus, um als Avantgardist(in) bleibend wahrgenommen zu werden?
– Welche Rolle spielen Aggression und gesellschaftspolitisches Bewusstsein?
– Gibt es einen Austauschprozess zwischen Künstler(in) und Öffentlichkeit, der im Spannungsfeld Provokation vs. Abscheu beginnt und als Durchsetzungsprozess in Richtung Bedeutungsgenerierung im Spiel zwischen Gruppenwahrnehmung und prononcierter Persönlichkeit fortschreitet – ein Prozess, für den die weibliche Sozialisierung keine tragfähigen psychischen Ressourcen bereitstellt.
– Ist es für Männer leichter, „symbolisches Kapital“ zu generieren?

Eine Kooperationsveranstaltung von mica – music austria
und ViennAvant

Zum Videomitschnitt der Diskussion

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“Avantgarden – Motor für gesellschaftlichen Wandel?”

Mittwoch, 5. Mai 2010, 19:00 Uhr
mica – music austria
1070 Wien, Stiftgasse 29

mica focus – Podiumsdiskussion mit
Franz Schuh(Autor)
Iris Meder / Kunsthistorikerin
Manon-Liu Winter / Pianistin.
Peter Becker / Historiker.
Volkmar Klien Komponist, Universität für Musik und Darstellende Kunst

Moderation: Renata Schmidtkunz

Gesellschaft in der Krise. Ruf nach Innovation.
Druck. Mangel an Solidarität. Armut. Ausgrenzung.
Woher kann Erneuerung kommen?
Kann Kunst etwas bewirken?
Was kann heute noch provozieren?
Sind Avantgarden Seismograph für Kommendes?
Legen sie den Finger auf die Wunde?
Oder gibt es sie nicht mehr?
Wenn ja, wie sehen sie heute aus?

Videomitschnitte der Diskussion:
Teil 1
Teil 2
Teil 3

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Eine Kooperationsveranstaltung von mica – music austria
und ViennAvant

Expansionen, Verstrickungen, Ereignisse Kunst und Künstlervereinigungen in Wien 1945–1975

11. Juni 2007
Künstlerhaus
1010 Wien, Karlsplatz 5

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Gespräch mit Eva Blimlinger, Historikerin, Barbara Holub, Präsidentin der Secession, Joachim L. Gartner, Präsident der Gesellschaft Bildender Künstler Österreichs, Hermann Painitz, Ingebor Pluhar, Florentina Pakosta, Linda Christanell, Robert Hammerstiel

Moderation: Elke Krasny

Europäisches Netzwerk für Studien zu Avantgarde und Moderne (EAM)

Das Europäische Netzwerk für Studien zu Avantgarde und Moderne (EAM) widmet sich der globalen Erforschung von literarischer und künstlerischer Avantgarde und Moderne im neunzehnten und zwanzigsten Jahrhundert. Es ist das zentrale Anliegen des EAM-Netzwerks, die interdisziplinäre und intermediale Erforschung experimenteller Ästhetiken und Poetiken voranzutreiben und das Interesse an den kulturellen Dimensionen und Kontexten der Avantgarde und der literarischen Moderne zu fördern. EAM beabsichtigt, die methodologische Vielfalt der Studien zu Avantgarde und Moderne einzubeziehen, und lädt daher alle Wissenschaftler aus den einschlägigen Forschungsgebieten ein, an den internationalen Tagungen, die alle zwei Jahre organisiert werden, teilzunehmen und zur Online-Bibliographie beizutragen.

QUEST/INVESTIGATION

5. EAM-Konferenz 1.-3. Juni 2016 – Universität Rennes

2016 wird die EAM-Konferenz zu dem Thema Quest/Investigation an das Centre d’Études des Littératures et Langues Anciennes et Modernes (CELLAM) in Rennes (Frankreich) abgehalten werden.

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 Call

The fifth EAM congress invites scholars to consider the coupling of the notions of quest and investigation in works of art or movements of the avant-garde or neo-avant-garde, or of the various forms of modernism, even though modernism and the avant-garde seem often to have been constructed in opposition to the spiritual or scientific heritage suggested by these two terms.

The notion of quest suggests a metaphysical beyond informed by mysticism, implying the absence of an end or of a conclusion, whereas the notion of investigation implies a totally rational conception of reality and a process likely to bring a definite result and reach a conclusion. Coupling the two notions, quest/investigation, is therefore an invitation to overcome an initial paradox: the endlessness of the quest as opposed to the fixed scope of the investigation. The co-articulation of the two notions may shed some light on marginal or neglected works. It may also question the dialectical relationship between modern and anti-modern, between avant-garde and rear-guard, between insistent innovations and archaisms, acknowledged or disguised.

Whether dialectical or dynamic, the approach we suggest applies to all the fields or domains of research in the Arts, literature, aesthetics, cinema, photography, drama, T.V. or digital media, architecture, music, design.

Wieder Panel einer Forscherinnengruppe aus dem ViennAvant-Netzwerk

Anna Spohn, Katharina Jesberger und Stefanie Kitzberger haben zum Themenbereich “Laboratory Constructivism, early Video Community and Allan Kaprow” folgendes Panel eingereicht, das angenommen wurde:

Laboratory. Model. Experiment. Scientification and its Dialectical Matrix in the Avant-garde Arts

Summary of the Panel

The panel will consist of three lectures

Stefanie Kitzberger (Department of Art History, University of Applied Arts Vienna / IFK – International Research Center for Cultural Studies, Vienna): “Constructivist Models”

Katharina Jesberger (Department of Art History, University of Applied Arts Vienna): “The universe as laboratory. Research and techno-mythic belief in the video collectives around Radical Software”

Anna Spohn (Department of Art Theory, University of Applied Arts Vienna): “Becoming fluid? Allan Kaprow´s ‘experimental art’ between fixed scopes and open processes”

Translations of scientific concepts into art frequently manifest in the 20th century’s avant-garde art. Associated to both an open-ended innovation process and the idea of providing a scientific basis for a socio-political agenda, they reflect the dialectics of autonomy not only by escaping from conventional art vocabulary, but also by claiming a counter-aesthetic position.

This panel examines the consequences of such translations for the rhetorics and methods of artistic practices, for the medial or material status of their outcome: The objects and drawings of Laboratory Constructivism in Early Soviet Russia act as ‘models’ for art being transferred into the realm of industrial production. For the Video Communities around Radical Software art – a laboratory for social change – fuses with the technologized universe that has to be researched through the video and for Allan Kaprow the term ‘experiment’ is a mean to get rid of all predeterminations by the frameworks of art.

UTOPIA

4. EAM-Konferenz 29. – 31. August 2014 – University of Helsinki

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Zum Programm der Konferenz

Moderne und Avantgarde sind künstlerische Sprachen der Brüche. Beide Strömungen waren gegen die traditionelle Auffassung von Kunst gerichtet, und haben oft eine antagonistische Position in Beziehung zu bestehenden kulturellen und sozialen Institutionen und Beziehungen eingenommen. Diese Konferenz untersucht utopische Alternativen, welche modernistische und avantgardistische Künstlerinnen und Künstler der Gesellschaft ihrer Zeit angeboten haben.

Dies war nicht immer nur eine Frage der Annahme einer externen Position: die russische Avantgarde zum Beispiel wurde durch den frühen sowjetischen Staat in einer unangenehmen – und vorübergehenden – Allianz zur Geburt des „Neuen Menschen“ vereinnahmt. Die EAM 2014 Konferenz in Helsinki erinnert an den hundertsten Jahrestag des Ausbruchs des Ersten Weltkriegs, indem sie als Ausgangspunkt die vielen utopischen Visionen innerhalb der europäischen Literatur und Kunst sowie deren Zusammenbruch im Angesicht der Schrecken des Krieges wählt.

Die Auswirkungen des Krieges erstreckten sich über das ganze folgende Jahrhundert, und die Konferenz wird auch die utopischen Dimensionen der Neo-Avantgarde, diskutieren: zum einen jene des Westen welche sich Alternativen zu Konformismus und Konsumgesellschaft erträumte oder jene des Ostens, mit seinen Alternativen zu sozialistischen Dystopia.

Der Call lud ein, Vorschläge und Beiträge aus Forschung und Praxis zu allen Bereichen der Avantgarde und des Modernismus: Kunst, Literatur, Musik, Architektur, Film, künstlerische und soziale Bewegungen, Lifestyle, Fernsehen, Mode, Theater, Performance, Aktivismus, Design und Technologie einzureichen, die sich mit den jenen Visionen, welche Moderne und Avantgarde als Alternative zur existierenden Realität angeboten haben, beschäftigen: Utopien, Chimären, Träume; Abstraktionen; Wünsche; Mythen; Dystopien, Stadtansichten und unmögliche Landschaften; Politik oder Anti-Politik; Vorstellungen vom Körper – befreit oder gefesselt; erotische Befreiung; Rückzug ins Private oder die Kartographierung von mutigen Alternativen; die Avantgarde als Alternative zum Staat, oder als dessen Verkörperung; das utopische Moment im nihilistischen oder abstoßenden Kunstwerk.

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Drei Teams aus dem Netzwerk ViennAvant haben bei der EAM 2014 ihre Forschungsergebnisse zum Konferenzthema vorgestellt:

Die Gruppe Irene Suchy (Musikwissenschaft), Hannes Schweiger (Literaturwissenschaft) – nun ersetzt durch Helmut Neundlinger, – Harald Krejci (Kunstgeschichte) und Rudolf Kohoutek (Architektur) präsentierte das Panel

“Schmäh. Humour as a constitutive element of Viennese post-war avant-gardes”

Einreichungs-Abstract

“Viennese Post War Avant-garde movements are still disregarded in respect of their interdisciplinary relationships and their international context. While Vienna was destroyed by war, dominated by hunger, and its cultural institutions were still bestridden by exponents of the former Nazi regime, new forms of artistic expression were brought into being by the concept of utopia. These Avant-gardists were driven by a radical break with the past. Despite formal differences between individual positions, it is possible to identify common aesthetic strategies: a propensity towards ritual as well as humour – an aspect often overlooked:”

“As a constitutive component of the Viennese Post-War Avant-garde movements, the panel analyzes a special humour in sense of fictionalizing reality. Our research departs from Gertrud Koch’s theses, cultural scientist, who works on a proleptic concept of humour, elaborated from Nietzsche, Husserl and Peter L. Berger. With humour as such strategy of perspectival decentering, these avant-gardists produced a utopian world in contrast to their political and social reality, which they refused.”

“The proposal aims at developing a scientific approach that draws on works by Otto M. Zykan and Kurt Schwertsik in music, Ernst Jandl and Gerhard Rühm in literature, Friedensreich Hundertwasser in fine arts, Zünd up and Missing Link in architecture.”

Summary des Panels

“Die Arbeit setzt mit dem Versuch einer Begriffsklärung ein: Lässt sich überhaupt eine eindeutige Definition von Humor finden, und welche Aspekte müsste eine solche umfassen? Alltagssprachlich wird unter dem Stichwort Humor Verschiedenes und zum Teil Widersprüchliches subsumiert: Ironie, Parodie, Nonsense, das Lächerliche ebenso wie das Groteske, das Skurrile oder Makabre, das Hinterfotzige, die Verhöhnung oder die Verhetzung.. Ebenso zahlreich wie seine Ausprägungen erscheinen auch die Ansätze, ihn hinsichtlich seiner Präsenz nicht zuletzt im Bereich der künstlerischen Avantgarde zu beschreiben. Der französische Surrealist Andre Breton hat ihn mit seiner legendären „Anthologie des schwarzen Humors“ zu einer zentralen Strategie progressiven Kunstschaffens geadelt. Nicht nur in den Werken der Surrealisten übernimmt er die Funktion der Provokation, der Infragestellung, der Umkehrung bestehende Verhältnisse und öffnet auf diese Weise auch Räume für zukünftige, utopische Weltentwürfe.”

“In diesem Sinn hat der Humor im Kontext der Avantgarde nicht nur eine rein ästhetische, sondern darüber hinaus auch eine eminent politische Komponente. Er verweist einerseits auf das historische Davor, indem er via Schmäh, Witz und subversivem Gestus die traumatischen Erfahrungen des Totalitarismus verarbeitet, und auf ein Danach, indem er nicht bloß das „Herrschende“ dekonstruiert, sondern neue, konstruktive ästhetische und politische Standpunkte ermöglicht.”

“Diese Dimension betrifft sämtliche künstlerischen Disziplinen und die innerhalb und zwischen diesen Disziplinen auftretenden und agierenden Gruppen. In Einzelstudien zu Musik, bildender Kunst, Literatur und Architektur von Vertretern des Netzwerks ViennAvant soll gezeigt werden, dass und inwiefern die Künstler und Künstlerinnen der Wiener Nachkriegs-Avantgarde prägend an der gesellschafts-politischen und zeithistorischen Auseinandersetzung beteiligt waren.”

“Der viel beschworene „Schmäh“ in seinen vielfältigen Ausformungen kann darin als eine bedeutende ästhetische Strategie der Kunst identifiziert werden. Die Künstlerinnen und Künstler entdeckten darin nicht zuletzt eine Möglichkeit, eine antifaschistische, anarchistische, pazifistische oder auch humanistische Haltung einzunehmen. Im Schmäh formuliert sich jene musikalisch-gestisch-performative-mediale Sprache, die die verdrängten und verschwiegenen Epochen des Austrofaschismus und der NS-Zeit auf unhintergehbare Weise vergegenwärtigt.”

“In den Analysen der Werke werden die Ausgangspunkte des Witzes im Irrtum und Missverständnis, in unglücklichen Aussprüchen und im Hierarchiegehabe, im Hoheitsgehabe und in seinen Belegen im Publikumsverhalten – dem befreienden Gelächter – dokumentiert und in Gesprächen mit den ProtagonistInnen in Frage gestellt. Auch das charakterisiert diese Epoche und die Arbeit an ihr: ProtagonistInnen und DokumentaristInnen gehen nicht nur über die Grenzen der Kunstkategorien und der Tabus, sondern sie pflegen in ihren Arbeits- und anderen Verhältnissen auch gelegentlich ihre Positionen zu tauschen. Befragt werden Lore Heuermann und Friedrich Achleitner, Kurt Schwertsik und H.K. Gruber, Gottfried Schlemmer und Ferry Radax, Hermann Czech und Marie Thérèse Escribano, Wolf D. Prix und VALIE EXPORT.”

“Zu den einzelnen Beiträgen: Ausgehend von Zykans polemischer Arie und den identifizierten Parametern des Witzes befasst sich Irene Suchy mit dem Werk Schwertsiks, Rühms und HK Grubers. In der Literatur identifiziert Helmut Neundlinger mit der Frage „wo bleibb da hummooa“? die befreienden Erschütterungen des Lachens an Ernst Jandl oder Gerhard Rühm. Harald Krejci sucht ironische Wenden im Werk Hundertwassers und anderer Malerei und Rudolf Kohoutek untersucht die Architektur der 50er bis 70erJahre auf ihre humorvoll-witzige Komponente.”

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Das Projekt wird vom Bundeskanzleramt sowie der österreichischen Botschaft in Helsinki gefördert.

Gabriele Jutz von der Universität für Angewandte Kunst, Wien, und ihre Kolleginnen Nina Jukic und Christina Pia Hofer das Panel

“The Utopian Potential of the Obsolete”.

“Today, obsolescence is a relevant topic not only in artistic practices, but also in popular culture. This panel addresses the question why there is this interest today and how the obsolete can serve critical, even utopian purposes. Nina Jukic analyzes how the current resurrection of analogue photography in popular culture reflects utopian desires to resist the digital abundance of the modern world, yet relies on capitalism itself. Kristina Pia Hofer will focus on the example of Herschel Gordon Lewis’ exploitation-feminist utopia She-Devils on Wheels (1968), whose appeal to later queer/feminist engagement has roots in the insistent presence of obsolete technology. Gabriele Jutz will deal with the historical avant-gardes, showing that their attitude to the new technologies of (audio)visual reproduction was retrograde, but necessarily so, given their radical utopian aspirations.”

Ingrid Fürhapter und Markus Ender vom Forschungsinstitut Brenner-Archiv der Universität Innsbruck hielten in einem offenen Panel den gemeinsamen Vortrag

„Immer eines Kommenden trächtig?“ Utopische und apokalyptische Visionen in der Zeitschrift „Der Brenner“ (1910 – 1954)

eam7“1910 gründete Ludwig v. Ficker in Innsbruck die kunst- und kulturkritische Zeitschrift Der Brenner, die als einzige der wenigen Kulturzeitschriften Europas beide Weltkriege überdauerte. Sie wurde zunächst von Carl Dallagos utopischer Idee des selbstbestimmten, mit sich und der Natur in Einklang stehenden Menschen geprägt, die bald vom Konzept einer religiösen Individualität, die den Sprung in den Glauben wagt, überlagert wurde. Georg Trakl und Theodor Haecker betonten zunehmend die individuelle und allgemeine Schuld des Menschen und der erlösungsbedürftigen Schöpfung. Liebesutopien von der dionysisch-rauschhaften Verschmelzung von Mann und Frau trafen auf apokalyptische Vorstellungen, die zwischen Unschuld, schuldhafter Verstrickung, Sehnsucht nach Reinheit und Hoffnung auf Erlösung und Auferstehung zu einem neuen Menschentum changierten.”

“Der Vortrag zeicheam5net nach, wie der Brenner seine ursprüngliche partielle Aufgeschlossenheit gegenüber der expressionistischen Moderne, die von der Konzeption des Neuen Menschen inspiriert war, verliert. Es soll gezeigt werden, wie über einen Zeitraum von vier Jahrzehnten verschiedenste Vorstellungen von Utopien und Apokalypsen kompiliert werden, die nach dem Zweiten We ltkrieg in eine Synästhesie der eschatologisch-mystischen Visionen Paula Schliers mit Ignaz Zangerles wertkonservativer, kirchlich-katholisch überformter Utopie von der Dichtung als Offenbarung der verborgenen Heilsgeschichte münden, derzufolge der Dichter der Zukunft zur Wirklichkeit verhelfe, „indem er sie heute schon als möglich erscheinen“ lasse.”

Die sehr große Konferenz – 23 Closed Panels, 22 Open Panels und 2 Peer Seminares und 231 Einzelvorträgen – , die Avantgarde- und Moderne-ForscherInnen aus der ganzen Welt vereinte, war hervorragend organisiert.

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Die Teilnahme der drei ViennAvant-Teams war sehr erfolgreich: Bei 10 gleichzeitig laufenden Sessions waren die Panels „Schmäh. Humour as a constitutive element of Viennese post-war avant-gardes“ der Gruppe Irene Suchy, Harald Krejci, Helmut Neundlinger sowie “The Utopian Potential of the Obsolete” der Gruppe Gabriele Jutz und auch der Vortrag von Ingrid Fürhapter und Markus Ender gut besucht. An die Präsentationen schloss sich rege Diskussionen mit hoch qualfizierter internationaler ZuhörerInnenschaft. Mit weiteren KollegInnen von europäischen und amerikanischen Universitäten wurden Kontakte geknüpft.

Die Publikation der Vorträge im EAM-Tagungsband wird dazu beitragen, die Aufmerksamkeit der zu Modernismus und Avantgarden forschenden internationalen Scientific Community auf die bisher international unterrepräsentierte Österreichische Nachkriegsavantgarde zu lenken. Sie wird auch als pdf auf der Homepage abrufbar sein.

Die Teilnahme der Forscherinnen und Forscher an dieser Konferenz ist ein starker Impuls für die Arbeit des Vereins ViennAvant, dessen Anliegen die integrativen Erfassung, Aufarbeitung und zusammenfassenden Darstellung der Strömungen der Wiener Nachkriegsavantgarden und ihrer österreichweiten wie internationalen Vernetzungen ist. So wird der Verein im kommenden Jahr in Kooperation mit dem Institut für Germanistik an diesem eine interdisziplinäre Ringvorlesung zur Nachkriegsavantgarde mit internationaler Beteiligung veranstalten.

Eine erfreuliche Nachnutzung ist die Publikation der Beiträge der Gruppe Irene Suchy, Harald Krejci, Helmut Neundlinger und Rudolf Kohoutek im Band „Schmäh. Der Witz der Wiener Avantgarde“, der von der MA7/Wissenschaft finanziert wird. Er wird im Verlag Bibliothek der Provinz edition seidengasse erscheinen und im kommenden Jahr im Rahmen der Wiener Vorlesungen in Raabs präsentiert werden.

Konferenz Veranstalter und EAM Netzwerk Vorsitzende:

Prof. David Ayers, University of Kent, UK
Dr. Marja Härmänmaa, University of Helsinki, Finnland

Das wissenschaftliche Komitee der EAM 2014 Konferenz:

eam4 Professor Henry Bacon, University of Helsinki / Professor Natalia Baschmakoff, University of Eastern Finland / Dr. Irmeli Hautamäki, Universität Helsinki / Professor Tomi Huttunen, Universität Helsinki / Dr. Teemu Ikonen, Universität Helsinki / Dr. Timo Kaitaro, Universität Helsinki / Dr. Janna Kantola, Universität Helsinki / Professor Pirjo Lyytikäinen, Universität Helsinki / Professor Hannu Riikonen, Universität Helsinki / Dr. Riikka Rossi, University of Helsinki / Professor Pekka Pesonen, Universität Helsinki / Professor Kirsi Saarikangas, Universität Helsinki / Professor Riikka Stewen, Akademie der Bildenden Kunst / Professor Harri Veivo, University of New Sorbonne / University of Helsinki

Material Meanings

3. EAM-Konferenz 7. -9. September 2012 – University of Kent

David Ayers, Professor für Modernism and Critical Theory an der University of Kent bereitet diese dritte Biennal-Konferenz des European Network for Avant-Garde and Modernism Studies (EAM) vor.

Zum Thema der Konferenz:

Die ‚Material Meanings’ Konferenz untersuchte avantgardistische Rekonfigurationen von Stoff und Materie, die auf der Suche nach neuen Bedeutungen und Effekten entstehen. Der Schwerpunkt der Konferenz lag in der Analyse interdisziplinärer Überschneidungen und Adaptionen von Strategien, Theorien und Techniken sowie darin, wie in unterschiedlichen künstlerischen Disziplinen Konzeptionen und Ausdrucksformen disparater Zeichensysteme übersetzt, transformiert und inkorporiert werden.
http://www.kent.ac.uk/english/materialmeanings/index.html?tab=german

Beiträge setzten sich mit folgenden Thematiken auseinander:

den Interferenzen und Konflikten zwischen künstlerischen Disziplinen;
den Kombinationen verschiedener Medien in individuellen Kunstwerken oder in künstlerischer Praxis;
der Konzeption von Zeichen als Material und von Material als Zeichen;
der Materialität der Kunst und der Kunst der Materialität;
der Kunst und ihrer materiellen Umwelt;
der Welt als Material und Bedeutung;
dem Text als Objekt und dem Objekt als Text;
der Transfigurierung von traditionellen oder gefundenen Materialien;
den materialen Wirkungen der Avantgarde;
den Beziehung zwischen Manifesten und Kunstwerken;
der Technologie und der Transformation ihrer Bedeutungen;
und der Inkorporation des ‚Anderen’.

Es gab Beiträge zu allen Feldern avantgardistischer Aktivität: der Kunst, Literatur, Musik, Architektur und dem Film, künstlerischen und sozialen Bewegungen, Lifestyle, TV, Mode, dem Drama und der Performance, dem Aktivismus, Design und der Technologie.

Im Panel „Concrete Signs & Traces of Matter: Challenging the Material Limits of Media in Post-war Avant-gardes” gab es Vorträge von
– Thomas Eder, “Concrete Poetry and Matter: Exemplification and weak synaesthesia.”
Gabriele Jutz (chair) “Trace, Gesture, Relic: Echoes of the Index in Experimental Cinematic Practices.”
– Wolfgang Müller-Funk “Quad, square and the salient point. Semiosis in the oeuvre of Friedrich Achleitner.”

Thomas Eder berichtete von großem Interesse für die Thematik der österreichischen Nachkriegsavantgarden speziell in der britischen Forscherinnencommunity und von geplanten Übersetzungen.

Zum gesamten EAM 2012 Draft Programm

High & Low

2. EAM-Konferenz 9. – 11. September 2010 – Adam Mickiewicz University, Poznań / Polen.

An dieser zweiten EAM-Konferenz nahm Gabriele Jutz von viennAvant wieder teil, diesmal im Rahmen einer großen, von Wolfgang Müller-Funk geleiteten Session “Avantgarde-Literatur und –Film im zentraleuropäischen Kontext”.

Das Referat von Gabriele Jutz beschäftigte sich mit “Anwendungen von László Moholy-Nagys Produktion-Reproduktion in Film und Medienkunst”

EUROPA ! EUROPA ?

1. EAM-Konferenz 29.-31. Mai 2008 – Universität Gent, Belgien

Auf Initiative des Nordic Network of Avant-Garde Studies hat sich das europäische Netzwerk für Avantgarde- und Moderneforschung EAM gegründet und hat Ende Mai 2008 in Gent seine erste Konferenz zum Thema “Europa! Europa?” ausgerichtet. Dazu wurde ein Call für multidisziplinäre Panels, bestehend aus ReferentInnen zu drei verschiedenen Disziplinen und einem Moderator, ausgeschrieben.

Ein Team aus ViennAvant mit Thomas Eder für Literatur, Gabriele Jutz für Filmwissenschaft und Bernhard Steger und Rudi Kohoutek für Architektur erarbeitete ein Konzept, und die Einreichung “Die Verbesserung von Mitteleuropa aus dem Fundus lokaler Traditionen. Nachkriegsavantgarden in Wien 1945–1970” wurde trotz starker Konkurrenz für die Konferenz ausgewählt.

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Foto © Gunther Martens

Die einzelnen Referate waren:

– Thomas Eder (Universität Wien): “grauen, namloses grauen”. Pragmatische Umwertung des Vorhandenen in den Arbeiten der Wiener Gruppe.
Gabriele Jutz (Universität für angewandte Kunst Wien): Die Politik des Dialekts in der österreichischen Filmavantgarde
Rudolf Kohoutek / Bernhard Steger (Technische Universität Wien): Wiener Architektur 1955–1970: Avantgarde wider Willen, aber erst recht
– Moderator des Panels war Wolfgang Müller-Funk.

Die Präsentation der Gruppe stieß auf großes Interesse.

Schmäh als ästhetische Strategie der Wiener Avantgarden

Cover_Suchy_Schmaeh.inddIrene Suchy (Hg.)
Schmäh als ästhetische Strategie der Wiener Avantgarden
Mit Beiträgen von Rudolf Kohoutek, Harald Krejci, Helmut Neundlinger und Irene Suchy
Vorwort: Hubert Christian Ehalt
ISBN: 978–3-99028–498-8
18 €


Verlag Bibliothek der Provinz, Großwolfgers 29, 3970 Weitra

In diesem Buch werden Humor, Komik und Witz als spezifische ästhetische Strategie der Wiener Avantgarden untersucht. In einem Beobachtungszeitraum von den 50er Jahren bis zu den 70er Jahren bieten wir Auslotungen der Kunst, die in Wien geschah. Markante zeitliche Eckpunkte sind das erste literarische Cabaret der Wiener Gruppe, aufgeführt in den Jahren 1957 und 1958, Friedensreich Hundertwassers Verschimmelungsmanifest, vorgetragen im Juli 1958, die Aktion Kunst und Revolution 1968 sowie das Ende des MOB/art & tone/ART Ensembles 1977 und die Erstausstrahlung der TV-Oper Staatsoperette von Zykan und Novotny.
Noch sind Schmäh und künstlerische Avantgarde kaum in ein wissenschaftliches Untersuchungsverhältnis gestellt worden. Schmäh ist zugleich Fremd- wie Selbstbeschreibung. Schmäh braucht Aufführung, wie „Schmäh machen“ im Wienerischen „sich aufführen“ bedeute. Die Wahl des Begriffs Schmäh im Titel verweist auf das Wienerische als regional wie künstlerisch formenden Parameter im Begriffsfeld Humor.

Helmut Neundlinger beschreibt „Schmäh, Witz, Humor und tiefere Bedeutung“ in der Dichtung Ernst Jandls und Gerhard Rühms. Er führt in seinem Untertitel „die Komik der experimentelle Dichtung“ in die Diskussion, analysiert die Poesie Jandls und Rühms in textlicher und performativer Ebene und lotet den „Schmäh“ in Bezug auf Verdrängung und Festschreibung, auf Befreiung und Veränderung aus.

Irene Suchy erschließt das Thema von einem zentralen Werk aus, der Polemischen Arie Otto M. Zykans, erfasst es in seiner spezifischen Entstehungsgeschichte der Performer-Komponisten-Gruppe um Zykan, Schwertsik und Gruber und verfolgt die ästhetischen Strategien der Protagonisten. Der Titel “Vom Abdanken der Zwölfton-Vorherrschaft.Komponieren im post-faschistischen-Wien als Schnittstelle zwischen Performance, Dadaismus und historischer Reflexion.“entbehrt des Humors, bringt jedoch wesentliche Parameter des Themas in den Diskurs: das Ende einer Methode des Komponierens, der Bezug auf Komponieren im post-faschistischen Wien sowie der Bezug zu Performance und Dadaismus.

Harald Krejci geht vom Gelächter wie der Verstörung künstlerischer Ereignisse des Wiener Aktionismus aus, verfolgt aber schon die Fährte des Humors in der Bildenden Kunst der 1950er Jahren. In der künstlerischen Arbeit Hundertwassers, Stenverts und Franz Wests erschließt er Humor und Wiener Schmäh als Strategie der Wahrnehmung, als Motor, Werkzeug und Haltung.

Rudolf Kohoutek rekonstruiert den Humor in der Architektur-Avantgarde. Weniger offensichtlich und doch Bild-reich dokumentiert, stellt sich der Wiener Schmäh als Operator heraus, der über zeitgleiche internationale Manifeste hinausführt und die Verbindungen zwischen den Sparten der Avantgarde aufzeigt.

Mit dem Parameter des Humors in seinen so gar nicht wertfreien Bedeutungen gelingt es, ein Werkzeug aufzuspüren, das sowohl der kompositorischen Arbeit wie der künstlerischen Aussage tiefgreifende Bedeutung gibt. Über den gewählten Zugang ist es möglich, die Komplexität, Intellektualität und den gesellschaftspolitischen Anspruch einer künstlerischen Avantgarde in Wien zu erkennen.

Mehr zu dem der Publikation zu Grunde liegenden Symposium

Der Band wurde am 22. August 2015 beim Poetenfest
auf Schloss Raabs, Oberndorf 1, 3890 Raabs an der Thaya präsentiert.

Eine weitere Präsentation mit Podiumsdiskussion, Avantgardekurzfilmen und musikalischen Interventionen fand am 8. Oktober 2015 im 21er-Haus statt. Mehr dazu unter Gesprächsreihe

Die Publikation wurde von der Kulturabteilung der Stadt Wien und die Präsentation vom Bundeskanzleramt Österreich gefördert.

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Teststrecke Kunst. Wiener Avantgarden nach 1945

coverpublikationElisabeth Großegger und Sabine Müller (Hg.)
Teststrecke Kunst. Wiener Avantgarden nach 1945
398 S., zahlr. Abb., Broschur
Format: 16,5×23 cm
€ 29,–
ISBN 978 3 85449 368 6
Sonderzahl-Verlag

Der Band reflektiert – um zusätzliche Beiträge erweitert und ergänzt – das gleichnamige interdisziplinäre Symposium, das in Kooperation von ViennAvant – Verein zur Erforschung der Wiener Avantgarden mit dem IKT – Institut für Kulturwissenschaften und Theatergeschichte (ÖAW) 2009 stattfand.

Teststrecke Kunst wirft einen transdisziplinären Blick auf die Wiener Nachkriegsavantgarden in ihren hoch-, sub- und popular-kulturellen Manifestationen und rekonstruiert deren Entstehungskontexte, Netzwerke, Strategien und Techniken. Dabei werden die Avantgardistinnen und Avantgardisten als Vorbereiter aktueller Schwellengänge zwischen Kunst- und Theorieproduktion sowie vieler heute bedeutsamer Kunstströmungen erkennbar.

Teststrecke Kunst bietet neben der Darlegung der Bandbreite dieser international spezifischen Avantgardebewegung spannende Analysen von Einzelaspekten, u.a. mit der Erörterung räumlicher ›Grundlagen‹, zentraler Topoi wie Körper, Medium, Politik und Form oder der vielgestaltigen Projekte der Grenzüberschreitung. Aus heutiger Sicht und aus der Perspektive der unterschiedlichsten Disziplinen und Problemstellungen erweisen sich die Wiener Nachkriegsavantgarden als reich gefüllter Innovationspool einer subversiv aufklärerischen Moderne.

Inhaltsverzeichnis

I. Der Wiener Grund (mit Beiträgen von):
Siegfried Mattl – Walter Rohn – Manfred Müller –Daniel Ender – Andreas Felber
II. Grenzüberschreitungen
Verena Krieger – Marie-Luise Angerer – Rudolf Kohoutek – Elke Krasny
III. Körper und Medium
August Ruhs – Johanna Schwanberg – Brigitte Borchhardt-Birbaumer – Gabriele Jutz – Sabine Müller und Roland Innerhofer
IV. Arbeit an der Form
Dieter Bogner – Thomas Schäfer – Bernhard Steger – Thomas Eder – Elisabeth Großegger
V. Politik der Wiener Avantgarden
Diedrich Diederichsen – Irene Suchy – Evelyn Deutsch-Schreiner – Lutz Ellrich
VI. Die Wiener Avantgarden zur Diskussion
Bernhard Fetz – Michael Rohrwasser – Eva Badura-Triska – Manfred Wagner – Helga Köcher

Elisabeth Großegger, Studium der Theaterwissenschaft und Romanistik an der Universität Wien, von 1978 bis 1981 Lehrtätigkeit an der University of Miami, seit 1982 wissenschaftliche Mitarbeiterin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, mit Forschungsschwerpunkten zur Theater- und Kultur- und Publikumsgeschichte des 18. bis 20. Jahrhunderts, Vorstandsmitglied des Vereins ViennAvant, Stellvertreterin des Direktors des Instituts für Kulturwissenschaft und Theatergeschichte (IKT) an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW).

Sabine Müller, Studium der Germanistik, Politologie und Philosophie an der Universität Wien, der Handelswissenschaften an der Wirtschaftsuniversität Wien. Seit 2000 wissenschaftliche Mitarbeit an zahlreichen Projekten und Forschungsnetzwerken; seit 2011 wissenschaftliche Mitarbeiterin des Instituts für Kulturwissenschaften und Theatergeschichte (IKT/ÖAW).

Rezension und Interview mit der Herausgeberin Elisabeth Großegger in Ex libris auf oe1 am Sonntag, den 17. Juni 2012, 16:00 Uhr und 7 Tage nachzuhören unter diesem LINK

Mehr zu dem der Publikation zugrunde liegenden Symposium

Die Publikation wurde am 2. Oktober 2012 in der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen der Veranstaltung Diskursraum Avantgarde präsentiert und diskutiert.

Die Publikation wurde von der Kulturabteilung der Stadt Wien gefördert.

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Avantgarde. Dynamisierung der Küste

Multidisziplinäre Ringvorlesung im Sommersemester 2015

05.03.2015 bis 18.06.2015

Universität Wien, Hauptgebäude, Hörsaal 50, 2.Stock, Stiege 8 Universitätsring 1, 1010 Wien

Jeweils Donnerstag 18.30–20.00 Uhr

(mit Ausnahme des Programms zu Film am 07.05.2015)

Veranstaltet vom Institut für Germanistik der Universität Wien in Kooperation mit dem Forschungsnetzwerk ViennAvant
Konzeption: Thomas Eder, Roland Innerhofer, Klaus Kastberger

Die multidisziplinäre Ringvorlesung „Avantgarde. Dynamisierung der Künste“ erkundet Avantgarden verschiedener künstlerischer Felder. Ausgehend von den europäischen klassischen Avantgarden fokussiert die Vortragsreihe auf zentrale Themen der Wiener Postavantgarden im Kontext der Entwicklung der europäischen Nachkriegskultur.

Programm:

05.03. Einführung: Thomas Eder, Roland Innerhofer, Klaus Kastberger (Wien)

19.03. Theorie und Vorgeschichte 1: Hubert van den Berg (Berlin/Posen), Topographien zentral- und periphereuropäischer Avantgarde im frühen 20. Jahrhundert

26.03. Theorie und Vorgeschichte 2: Marjorie Perloff (Los Angeles), Austrian ‚avant-garde‘ between the two world wars

16.04. Literatur: Thomas Eder (Wien), Avantgarde ist ‘Wiener Gruppe’. Aktion und Theorie der ‘Wiener Gruppe’ als paradigmatisches Definiens von Avantgarde

23.04. Aktionismus: Hubert Klocker (Wien), er ist mein freund weil er den hammer schwingt – o.w. biegt um die ecke und trifft n.

30.04. Musik: Thomas Schäfer (Darmstadt), Die Darmstädter Ferienkurse für Neue Musik als genuiner Ort der Avantgarde im Nachkriegsdeutschland

07.05. Film: 14:30–17 Uhr Filmmuseum, 1010 Wien, Augustinerstr. 1: Alexander Horwath (Wien) Der österreichische Avantgardefilm als partisanes Kino (Vorlesung mit Filmprogramm)

21.05. Archiv: Klaus Kastberger (Graz), Archive der Avantgarde

28.05. Theorie: Sabine Müller (Wien), Avantgarde, Experiment und die Geschichte des am Menschen “Testierbaren”

11.06. Museum: Dieter Bogner (Wien), Avantgarde im Museum/Museum als Avantgarde?

18.06. Architektur: Gabriele Kaiser (Wien/Linz), “Der Bau” ist das Medium Manifestationen der Avantgarde in Architekturzeitschriften der 1960er Jahre

Ziele:

Avantgarde ist ein Leitbegriff für die Künste des 20. Jahrhunderts, besonders deutlich in einigen Ballungen von 1910 bis 1933 und von den 1950er bis in die 1970er Jahre. Mit dem Etikett Avantgarde kann dabei sowohl eine epochenhistorische Klassifizierung, vergleichbar vorangegangenen Groß-Epochen, gemeint sein als auch eine systematische Bestimmung einer künstlerischen Einstellung und eines den Kunstwerken ablesbaren Prinzips. Beide Ausdifferenzierungen des Begriffs Avantgarde, die eng miteinander zu tun haben, werden in der Ringvorlesung „Avantgarde. Dynamisierung der Künste“ in ihren Grundzügen reflektorisch entfaltet und in ihren zentralen Konzepten an signifikanten Beispielen unterschiedlicher Künste beleuchtet, wobei auf die österreichische Nachkriegsavantgarden ein besonderer Akzent gelegt wird.

Avantgarde wird dabei nicht als eine definitorische Setzung verstanden, sondern als eine formative Kraft, die in den einzelnen Künsten wirksam wird und als dynamisches Prinzip über eine Begrenzung in Einzelkünsten hinausgeht. Die in der Vorlesung angebotenen und diskutierten Erklärungsmodelle umfassen folgende Bereiche:
– die Hinwendung von Kunst auf ihr jeweiliges Material und ihre Medialität (wobei die Begriffe “Material, Medium, Form” ihrerseits eine Klärung erfahren sollen)
– die Intermedialität unterschiedlicher Künste (Literatur, Musik, Film, Performance, Architektur und Mode) und die konkrete Kooperation von KünstlerInnen als konstituierende Faktoren von Avantgarde
– eine Befragung des über die formalen Mittel der Avantgarden hinaus wirksamen Prinzips, das einer so bezeichneten Transmedialität zugrunde liegt
– die Aufhebung eines (organischen) Werkbegriffs
– das Verhältnis von Avantgarde zur (Kunst-)Geschichte, Moderne und Postavantgarde
– die Auflösung der Kategorie Kunst in Richtung Wissenschaft (als “renegade scientists”) und in Richtung politischer Zerfallsformationen (Anarchismus)
– den Erkenntnisanspruch der Avantgarde, Kunst als Erklärungsform jenseits dessen zu setzen, was der Wissenschaften unzugänglich ist
– die Rolle, die die Gruppenarbeit, das Manifest und andere genuine Ausdrucksformen für das Selbstverständnis der Avantgarde spielen
– die genealogische Einschreibungen der Avantgarde, ablesbar auch an Archiven und Museen
– die soziohistorischen und ökonomischen Voraussetzungen, die zur Ausbildung von Avantgarde führen und umgekehrt: die soziohistorische Impacts von Avantgarde
– die Frage nach der Aktualität oder dem Ende von Avantgarde

Unter Beteiligung internationaler ExpertInnen und mit Blick auf internationale Ausprägungen lotet die Ringvorlesung solche Fragen vornehmlich an Phänomenen der österreichischen Nachkriegs-Avantgarden im Bereich der Literatur (Wiener Gruppe), der Körperkunst (Wiener Aktionismus) sowie des neuen österreichischen Films sowie anhand von utopischen Konzepten der heimischen Architektur aus. Die österreichische Avantgarde soll in ihren spezifischen Erscheinungsformen greifbar gemacht und dabei in einen internationalen Zusammenhang gebettet werden. Auch auf die Interdisziplinarität der präsentierten Forschungsansätze setzt die Ringvorlesung einen starken Akzent.

Kontakt
Rebecca Schönsee
Institut für Germanistik
dorothea.rebecca.schoensee@univie.ac.at