Archivgespräche 2017

 Im Perinetkeller 

Am 8. Mai gestaltete ViennAvant-Mitglied Helmut Neundlinger ein Archivgespräch mit dem Gründer von „Freibord“ Gerhard Jaschke im historischen Perinetkeller: In diesem Raum hatte 1962 mit einer dreitägigen Einmauerungsaktion die „Blutorgel“ mit Adolf Frohner, Otto Muehl und Hermann Nitsch stattgefunden.

Der Autor und Bildende Künstler Gerhard Jaschke hat die Wiener Avantgarde-Szene von ihren Anfängen an begleitet und 1967 zusammen mit Hermann Schürrer die Zeitschrift und Edition Freibord gegründet.  In dieser verlegt Jaschke bis heute avantgardistische Werke verschiedenster Genres.  Helmut Neundlinger bearbeitet den Vorlass von ihm. Das Gespräch brachte nicht nur die großen Linien der Entwicklung, sondern auch eine Fülle von Details ans Licht.  .

                     

 

 Im mumok 

Am 30. März 2017 fand im mumok in der Ausstellung „Konstruktion_Reflexion. Werke aus der Sammlung Gertraud & Dieter Bogner“ eine Führung mit dem Sammlerehepaar statt. Die Schau zeigte eine Auswahl aus der Sammlung von Gertraud und Dieter Bogner, die sie 2007 dem mumok geschenkt haben und seitdem laufend ergänzen. Mit mehr als 100 Bildern, Skulpturen und Objekten sowie 300 Zeichnungen, Gouachen, Druckgrafiken, Autografen, Künstler_innenbüchern und Archivalien handelt es sich um die bisher größte zusammenhängende Donation an das Museum.

Entgegen Trends der Zeit spielte für die Bogners stets der „Inhalt“ als Kategorie konstruktivistischer, geometrisch-abstrakter und konzeptueller Kunst eine zentrale Rolle. Das Wechselspiel zwischen Formen und Inhalten bzw. die Politik der Form als Inhalt werden in der Ausstellung in unterschiedlichen, miteinander vernetzten Themenblöcken vorgestellt. Zentrale Motive sind dabei Theoriebezüge von Malerei und Farbe, die Reflexion von Geschichte und Gesellschaft oder das Verhältnis von Architektur, Skulptur und Abstraktion in der Tradition einer kritischen Moderne.

Konstruktion_Reflexion war ein lebendig-sinnliches wie auch ein von analytischer Präzision getragenes Zusammentreffen von Installationen, Bildern, Videos, Fotos, Texten und Publikationen von Robert Adrian X, Hartmut Böhm, Heinz Gappmayr, Dan Graham, Thomas Kaminsky, Richard Paul Lohse, Dorit Margreiter, Dóra Maurer, François Morellet, museum in progress, Jorrit Tornquist, Peter Weibel, Heimo Zobernig und anderen Künstler_innen.

Fotos: mumok/Niko Havranek

 

Nächstes Archivgespräch

Am 7. Juli wird Antonia Hoerschelmann eine Gruppe des ViennAvant-Netzwerks durch die von ihr kuratierte Ausstellung Maria Lassnig – Zwiegespräche in der Albertina führen.

Weitere Planung

● Weiters ist eine Führung mit Bernhard Fetz durch das Literaturmuseum geplant.

Österreichische Nationalbibliothek (c) Literaturmuseum

● Seit längerem schon ist eine Exkursion nach Orth an der Donau geplant in das Privatarchiv mit dem Nachlass des Komponisten Karl Schiske http://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Schiske, das seine Witwe Berta Schiske und sein Sohn, der Musiker Lucas Schiske betreuen.
● Weiters ist ein Besuch im Institut für Komposition und Elektroakustik in Vorbereitung. Zum Institut
● Überlegungen gibt es auch zu einer Exkursion ins Burgenland:
Zur Werkstatt Breitenbrunn, die ab den späten 1960ziger Jahren ein Schauplatz für experimentelle Kunst gewesen ist. Vom Künstlerpaar Fria Elfen und Wil Frenken als Werkstatt Breitenbrunn initiiert und geführt, wurde bis 1980 für diese Zeit Avantgardistisches wie Fluxus, Konkrete Kunst, Visuelle Poesie, neue Musik oder Computerkunst produziert, präsentiert und diskutiert. Ein von EU, Bund und Land gefördertes Forschungsprojekt arbeitet die Geschichte der „Werkstatt Breitenbrunn“ auf
http://www.breitenbrunn.at/home/news/detail/article/eroeffnung-einer-ausstellung-im-kunst-haus-von-fria-elfen-frenken/
Nach Sommerein, in die von Friedrich Kurrent erbaute Ausstellungshalle Marria Biljan-Bilger, Mitbegründerin des Art Clubs http://maria-biljan-bilger.at/
und in das Freilichtmuseum Wander Bertoni in Winden am See http://www.wanderbertoni.com/homepage/folge.htm