{"id":2504,"date":"2016-12-19T11:38:00","date_gmt":"2016-12-19T11:38:00","guid":{"rendered":"http:\/\/viennavant.cloud.d2mc.com\/?page_id=2504"},"modified":"2016-12-21T10:01:15","modified_gmt":"2016-12-21T10:01:15","slug":"archivgespraeche-2010","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.viennavant.at\/en\/interdisziplinaerer-diskurs\/archivgespraeche\/archivgespraeche-2010\/","title":{"rendered":"Archivgespr\u00e4che 2010"},"content":{"rendered":"<h2><a href=\"http:\/\/www.onb.ac.at\/sammlungen\/litarchiv.htm\" target=\"_blank\">Im \u00d6sterreichischen Literaturarchiv<\/a><\/h2>\n<p>Das zweite ViennAvant-Archivgespr\u00e4ch am 30. April 2010 war der Literatur gewidmet. Direktor Bernhard Fetz begr\u00fc\u00dfte im \u00d6sterreichischen Literaturarchiv in der Hofburg eine multidisziplin\u00e4re Gruppe aus ViennAvant \u2013 neun Forscherinnen und Forscher aus Literaturwissenschaft, Kunstgeschichte, Theaterwissenschaft, Architekturgeschichte, Musikwissenschaft und Medienwissenschaft. Nach programmatischen Worten zu der Arbeit des Archivs und aktuellen Schwerpunkten gab er einen \u00dcberblick \u00fcber das Programm des Nachmittags.<\/p>\n<p>Vier Projekte dokumentarischer Natur wurden von Mitarbeitern des Literaturarchivs pr\u00e4sentiert:<\/p>\n<h3>Teresa Profanter: <a href=\"http:\/\/www.onb.ac.at\/sammlungen\/litarchiv\/literaturarchiv_projekte.htm#gvz\" target=\"_blank\">Verzeichnis der k\u00fcnstlerischen, wissenschaftlichen und kulturpolitischen Nachl\u00e4sse in \u00d6sterreich<\/a>.<\/h3>\n<p>Das Riesenprojekt <a href=\"http:\/\/aleph20-prod-acc.obvsg.at\/F?CON_LNG=ger&amp;func=find-b-0&amp;local_base=nlv\" target=\"_blank\">Verzeichnis der k\u00fcnstlerischen, wissenschaftlichen und kulturpolitischen Nachl\u00e4sse in \u00d6sterreich<\/a> wurde von der \u00d6sterreichischen Nationalbibliothek in Verbindung mit der Wienbibliothek im Rathaus in Kooperation mit \u00fcber 200 Museen und Archiven \u2013 dem \u00d6sterreichischen Theatermuseum Wien, dem Adalbert-Stifter-Institut Linz, der Dokumentationsstelle f\u00fcr neuere \u00f6sterreichische Literatur, dem Forschungsinstitut Brenner-Archiv Innsbruck, dem Robert-Musil-Institut Klagenfurt, dem Thomas-Bernhard-Archiv Gmunden unter Mitarbeit des Archivs der \u00d6sterreichischen Akademie der Wissenschaften, der Universit\u00e4tsbibliothek Wien u.v.m. im Auftrag des <span class=\"caps\">BMUKK<\/span> in dreij\u00e4hriger Arbeit erstellt. Es umfasst mehr als 6000 Eintr\u00e4ge von Vor- und Nachl\u00e4ssen. Dieses elektronische Verzeichnis umfasst nicht nur Best\u00e4nde aus Literatur, es beinhaltet auch Bildende Kunst, Musik, Naturwissenschaft, Politik und bietet eine Perspektive f\u00fcr eine Nachlassdatenbank aller deutschsprachigen L\u00e4nder. Private Sammlungen sind noch nicht eingearbeitet, es sind nur Institutionen erfasst.<\/p>\n<p>Es kann nach Schlagworten und Zeitr\u00e4umen gesucht werden, nach Provenienz, nach Orten, die Zuordnung eines Bestands zu Sachgebieten ist m\u00f6glich. Unter \u201eKatalog Standard\u201c \u00f6ffnet sich ein Fenster zur Website des jeweiligen Instituts und bietet Basisinfos zu Personen, Kurzbiografien der Bestandsbringer u.a.<\/p>\n<p>Die Datenbank wird laufend gepflegt. Die eingebundenen Institutionen haben die Verpflichtung zu viertelj\u00e4hrlicher Aktualisierung.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.viennavant.at\/wp-content\/uploads\/TProfanter.jpg\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-1263 alignleft\" src=\"http:\/\/www.viennavant.at\/wp-content\/uploads\/TProfanter-300x200.jpg\" alt=\"tprofanter\" width=\"200\" height=\"133\" srcset=\"https:\/\/www.viennavant.at\/wp-content\/uploads\/TProfanter-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.viennavant.at\/wp-content\/uploads\/TProfanter-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/www.viennavant.at\/wp-content\/uploads\/TProfanter-272x182.jpg 272w, https:\/\/www.viennavant.at\/wp-content\/uploads\/TProfanter.jpg 1536w\" sizes=\"auto, (max-width: 200px) 100vw, 200px\" \/><\/a> <span class=\"image medium\"><a class=\"medium\" href=\"http:\/\/www.viennavant.at\/wp-content\/uploads\/BFetz1.jpg\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-621 alignleft\" src=\"http:\/\/www.viennavant.at\/wp-content\/uploads\/BFetz1-300x200.jpg\" alt=\"bfetz1\" width=\"200\" height=\"133\" srcset=\"https:\/\/www.viennavant.at\/wp-content\/uploads\/BFetz1-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.viennavant.at\/wp-content\/uploads\/BFetz1-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/www.viennavant.at\/wp-content\/uploads\/BFetz1-272x182.jpg 272w, https:\/\/www.viennavant.at\/wp-content\/uploads\/BFetz1.jpg 1536w\" sizes=\"auto, (max-width: 200px) 100vw, 200px\" \/><\/a><\/span><a href=\"http:\/\/www.viennavant.at\/wp-content\/uploads\/HSchweiger.jpg\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-950 size-medium alignleft\" src=\"http:\/\/www.viennavant.at\/wp-content\/uploads\/HSchweiger-200x300.jpg\" alt=\"hschweiger\" width=\"200\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.viennavant.at\/wp-content\/uploads\/HSchweiger-200x300.jpg 200w, https:\/\/www.viennavant.at\/wp-content\/uploads\/HSchweiger-683x1024.jpg 683w, https:\/\/www.viennavant.at\/wp-content\/uploads\/HSchweiger.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 200px) 100vw, 200px\" \/><\/a><a href=\"http:\/\/www.viennavant.at\/wp-content\/uploads\/Kauk.jpg\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft\" src=\"http:\/\/www.viennavant.at\/wp-content\/uploads\/Kauk-200x300.jpg\" alt=\"kauk\" width=\"200\" height=\"300\" \/><\/a><\/p>\n<div class=\"clearfix divider\"><\/div>\n<p>Volker Kaukoreit, <a href=\"http:\/\/www.onb.ac.at\/sammlungen\/litarchiv\/literaturarchiv_projekte.htm#lz\" target=\"_blank\">\u00d6sterreichische Literaturzeitschriften von 1945 \u2013 1990<\/a>.<\/p>\n<p>Dieses im deutschsprachigen Raum einzigartige Online-Verzeichnis <a href=\"http:\/\/www.onb.ac.at\/oe-literaturzeitschriften\/\" target=\"_blank\">\u00d6sterreichische Literaturzeitschriften 1945\u20131990. Materialien, Analysen, Hintergr\u00fcnde<\/a> umfasst 330 Zeitschriften, davon 22 zu Avantgarden, z.B. Alpha, Der Bogen, Er\u00f6ffnungen, Freibord, Gegenwart, Herbstschrift.<\/p>\n<p>Die benutzerfreundliche Website bietet Rechercheeinstiege \u00fcber eine Schnellsuche an und Register nach alphabetischer, chronologischer und regionaler Struktur. Zu jeder Zeitschrift finden sich umfangreiche Informationen zu den beteiligten Personen, Erscheinungsort, Preis, Inhaltsverzeichnis, Kernzitate, programmatische \u00c4u\u00dferungen und Gestaltungsbeispiele, in einigen F\u00e4llen auch ein ausf\u00fchrlicher Essay. Eine substantielle Einleitung f\u00fchrt chronologisch durch die Zeit.<\/p>\n<h3>Hannes Schweiger: <a href=\"http:\/\/www.wienmuseum.at\/de\/ansicht\/ausstellung\/die-ernst-jandl-show.html\" target=\"_blank\">Die Ernst Jandl-Show<\/a>, Wien Museum, 4.11.2010 \u2013 13.2.2011<\/h3>\n<p>Hannes Schweiger pr\u00e4sentierte einen Ausblick auf die <a href=\"http:\/\/www.wienmuseum.at\/de\/ansicht\/ausstellung\/die-ernst-jandl-show.html\" target=\"_blank\">Ernst Jandl Show<\/a>, die im Herbst im Wien Museum zum 85. Geburtstag und 10. Todestag Jandls er\u00f6ffnet wird.<\/p>\n<p>Das \u00d6sterreichische Literaturarchiv birgt einen riesigen <a href=\"http:\/\/www.onb.ac.at\/sammlungen\/litarchiv\/bestaende_det.php?id=jandl#\" target=\"_blank\">Ernst Jandl-Nachlass<\/a> , der Basis dieses Projekts des <span class=\"caps\">LBI<\/span> Biografieforschung in Kooperation mit der \u00d6sterreichischen Nationalbibliothek und dem Wien Museum ist und von einem Katalog und einem umfangreichen Veranstaltungsprogramm begleitet wird.<\/p>\n<p>Ernst Jandl wird darin in seiner Vielfalt pr\u00e4sent werden: Als Lautpoet, als genialer Auftrittsk\u00fcnstler, als grenz\u00fcberschreitender Avantgardist zwischen Poesie, Performance, Musik und bildender Kunst. Er schrieb Gedichte in Alltagssprache, experimentelle Prosa, H\u00f6rspiele, Theaterst\u00fccke, Film-Drehb\u00fccher und sogar ein Ballett. Er \u00fcbersetzte Texte von Avantgarde-K\u00fcnstlern wie Gertrude Stein und John Cage. Legend\u00e4r ist sein Auftritt bei dem Beatnik-Treffen in der Royal Albert Hall. Im Juni 1965 kamen dort die literarischen K\u00f6pfe der Beat-Generation, unter ihnen Allen Ginsberg, Lawrence Ferlinghetti und Adrian Mitchell, zusammen. Begeistert nahm das Publikum Ernst Jandl auf, der \u201cHustenscherzo\u201d von Kurt Schwitters vortrug und sein eigenes Gedicht \u201cschtzngrmmm\u201d. Peter Whitehead dokumentierte die Veranstaltung in seinem Film <a href=\"http:\/\/www.arte.tv\/de\/1769542,CmC=1762046.html\" target=\"_blank\">Wholly Communion<\/a> im Stil des \u201cDirect Cinema\u201d. Jandl kn\u00fcpfte bei diesem Aufenthalt Kontakte mit Ian Hamilton Finlay und anderen, die ihm sp\u00e4ter sehr gen\u00fctzt haben, wie er in einem Brief an Raoul Hausmann v. 5.7.1965 schreibt. Netzwerke zwischen deutschsprachigen und englischen Avantgarden entstanden daraus. Aber auch als Vermittler der tschechischen Avantgarden engagierte sich Jandl.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ernst_Jandl\" target=\"_blank\">Zur Biografie Ernst Jandl<\/a><\/p>\n<p>Die Ernst Jandl Show wird Jandls Werk in seiner Vielstimmigkeit, Internationalit\u00e4t und Intermedialit\u00e4t inszenieren mit Ton- und Filmaufnahmen, Fotos und Lebensdokumenten sowie vielen unver\u00f6ffentlichten Texten und ihn damit als K\u00fcnstler an den Schnittstellen von Text, Ton und Bild sichtbar machen, dessen innovative Kraft bis in die Alltagskultur hinein fortwirkt.<\/p>\n<h3>Klaus Kastberger: Avantgarde und <a href=\"http:\/\/www.onb.ac.at\/sammlungen\/litarchiv\/bestaende_det.php?id=wiener\" target=\"_blank\">Oswald Wiener<\/a><\/h3>\n<p>Abschlie\u00dfend gab Klaus Kastberger eine spannende Zusammenschau der Best\u00e4nde, die das \u00d6sterreichische Literaturarchiv von Proponenten der Wiener Nachkriegsavantgarden und vor allem der Wiener Gruppe hat, und entfaltete ein Szenario der verschiedenen Ans\u00e4tze ihrer \u201eRahmung\u201c und ihrer Rezeption. So enth\u00e4lt seine Publikation <a href=\"http:\/\/www.falter.at\/web\/shop\/detail.php?id=1583&amp;SESSID=\" target=\"_blank\">Schluss mit dem Abendland. Der lange Atem der \u00f6sterreichischen Avantgarde<\/a>, die er zusammen mit Thomas Eder als Band 5 der \u201eProfile\u201c, dem Magazin des \u00f6sterreichischen Literaturarchivs, herausgegeben hat, eine Umfrage unter Avantgardeliebhabern und Avantgardever\u00e4chtern. Der Schriftsteller Thomas Glavinic h\u00e4lt darin beispielsweise polemisch fest: \u201e Die Avantgarde hat uns den Ruf im Ausland versaut\u201c und auch \u201edie nachfolgenden Generationen verhunzt\u201c. Fazit: Polemik war immer schon eine beliebte Reaktion auf Avantgarden. Aber es gibt den Mut zu Neuem \u2013 und es gibt die Forschung.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wiener_Gruppe\" target=\"_blank\">Mehr zur Wiener Gruppe<\/a><\/p>\n<h3>Das Archiv<\/h3>\n<p>Kastberger besch\u00e4ftigt sich seit langem mit dem Profil der Wiener Gruppe und forscht an ihren Archivbest\u00e4nden, die nicht nur erratisches Material sind, sondern Knoten im Netzwerk vielf\u00e4ltiger Aufbr\u00fcche. Hier arbeitet er an einem differenzierten Bild dieser f\u00fcr die Kulturlandschaft \u00d6sterreichs entscheidenden Phase .<\/p>\n<p>Das \u00d6sterreichische Literaturarchiv besitzt den gesamten <a href=\"http:\/\/www.onb.ac.at\/sammlungen\/litarchiv\/bestaende_det.php?id=wiener\" target=\"_blank\">Vorlassbestand von Oswald Wiener<\/a> mit einer umfangreichen Korrespondenz. Wiener hat einen Teil seines Werks vernichtet. Gesichert werden konnte ein sehr zerrissenes Manuskript der \u201everbesserung von mitteleuropa\u201c. Auch Material zur Rezeption der Uni-Aktion und der \u201everbesserung von mitteleuropa\u201c ist vorhanden, ebenso wie Notizb\u00fccher von ihm aus den 70er-Jahren, \u201eNotebooks\u201c a la Wittgenstein, als er Wirt in Berlin war. Eine Seance bei Hundertwasser ist dokumentiert und Notizen zu Wieners Idee einer Druckmaschine, um Gedanken zu drucken.<\/p>\n<p>Das Archiv beherbergt zudem audiovisuelles und Tonmaterial, so etwa einen Film von O. Wiener Film, der Konrad Bayer im Dannebergpark zeigt, oder Filme aus der Zeit, als Wiener ein Reiseb\u00fcro betrieb. Alles Geld wurde in acht Jeeps investiert f\u00fcr Reisen nach Island. Es ging um Naturabenteuer im Freien. Mitgefahren sind immer nur Freunde.<\/p>\n<p>Ein anderer Bereich sind Zeichnungen; G\u00fcnter Brus und Oswald Wiener haben immer wieder gemeinsam gezeichnet. Aus der Pr\u00e4sentation dieser Beispielbl\u00e4tter entwickelte sich ein intensives Gespr\u00e4ch \u00fcber methodische und forschungsstrategische Fragen.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.viennavant.at\/wp-content\/uploads\/Kastberger.jpg\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-987 alignleft\" src=\"http:\/\/www.viennavant.at\/wp-content\/uploads\/Kastberger-300x200.jpg\" alt=\"kastberger\" width=\"200\" height=\"133\" srcset=\"https:\/\/www.viennavant.at\/wp-content\/uploads\/Kastberger-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.viennavant.at\/wp-content\/uploads\/Kastberger-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/www.viennavant.at\/wp-content\/uploads\/Kastberger-272x182.jpg 272w, https:\/\/www.viennavant.at\/wp-content\/uploads\/Kastberger.jpg 1536w\" sizes=\"auto, (max-width: 200px) 100vw, 200px\" \/><\/a> <a href=\"http:\/\/www.viennavant.at\/wp-content\/uploads\/LitArch1.jpg\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-1052 alignleft\" src=\"http:\/\/www.viennavant.at\/wp-content\/uploads\/LitArch1-300x200.jpg\" alt=\"litarch1\" width=\"200\" height=\"133\" srcset=\"https:\/\/www.viennavant.at\/wp-content\/uploads\/LitArch1-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.viennavant.at\/wp-content\/uploads\/LitArch1.jpg 1024w, https:\/\/www.viennavant.at\/wp-content\/uploads\/LitArch1-272x182.jpg 272w\" sizes=\"auto, (max-width: 200px) 100vw, 200px\" \/><\/a><\/p>\n<p><span class=\"image large\"><a class=\"large\" href=\"http:\/\/www.viennavant.at\/wp-content\/uploads\/LitArch2.jpg\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-1053\" src=\"http:\/\/www.viennavant.at\/wp-content\/uploads\/LitArch2-300x200.jpg\" alt=\"litarch2\" width=\"430\" height=\"287\" srcset=\"https:\/\/www.viennavant.at\/wp-content\/uploads\/LitArch2-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.viennavant.at\/wp-content\/uploads\/LitArch2.jpg 1024w, https:\/\/www.viennavant.at\/wp-content\/uploads\/LitArch2-272x182.jpg 272w\" sizes=\"auto, (max-width: 430px) 100vw, 430px\" \/><\/a><\/span><\/p>\n<p><span class=\"image large\"><a class=\"large\" href=\"http:\/\/www.viennavant.at\/wp-content\/uploads\/LitArch3.jpg\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-1054\" src=\"http:\/\/www.viennavant.at\/wp-content\/uploads\/LitArch3-300x200.jpg\" alt=\"litarch3\" width=\"430\" height=\"287\" srcset=\"https:\/\/www.viennavant.at\/wp-content\/uploads\/LitArch3-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.viennavant.at\/wp-content\/uploads\/LitArch3.jpg 1024w, https:\/\/www.viennavant.at\/wp-content\/uploads\/LitArch3-272x182.jpg 272w\" sizes=\"auto, (max-width: 430px) 100vw, 430px\" \/><\/a><\/span><\/p>\n<p>Aus der Diskussion: Welche Forschung?<\/p>\n<p>Ein wesentlicher Punkt waren \u00dcberlegungen, welche Forschung wie mit diesem Material arbeite. Archivmaterial diene oft als Illustration. Das habe aber mit Forschung nichts zu tun. Die Wiener Gruppe d\u00fcrfe nicht blo\u00df als Konglomerat von \u201eguten Gschichtn\u201c gesehen werden. Mit ihr und dem hohen theoretischen Anspruch ihrer Texte wurde in \u00d6sterreich der Begriff Avantgarde neu definiert.<\/p>\n<p>Aber sie war jedenfalls keine homogene Gruppe. Der Gegensatz etwa zwischen Wiener und R\u00fchm h\u00e4tte gr\u00f6\u00dfer nicht sein k\u00f6nnen. Auch das Verh\u00e4ltnis zwischen Achleitner und Jandl war ein gespanntes. Es gab kritische \u00c4u\u00dferungen Jandls \u00fcber Achleitner, der eher einen Randstatus in der Wiener Gruppe hatte und von Wiener nicht ernst genommen wurde.<\/p>\n<p>Noch weiter am Rand stand Marc Adrian und konnte sich trotz seiner innovativen Kraft nie in die Wiener Gruppe integrieren. Warum ist er untergegangen \u2013 im Gegensatz zu R\u00fchm? Die M\u00f6glichkeit, solchen Fragen nachzugehen, w\u00fcrde ein differenzierteres Bild der damaligen Gesamtsituation bringen. Und es werde noch einmal komplizierter, wenn man zum Aktionismus gehe.<\/p>\n<p>In der Debatte zu Verh\u00e4ltnis und Wechselwirkung zwischen Wiener Gruppe und Wiener Aktionismus merkte Johanna Schwanberg an, es g\u00e4be Interpretationsmonopole, die weniger bekannte Positionen \u00fcberlagerten. Klaus Kastberger betonte die Frage der Definitionsmacht. Das Archiv k\u00f6nne nicht die Wertigkeiten definieren. Die kulturelle Legitimation sei wichtig. Verwertungsk\u00e4mpfe w\u00fcrden sich abspielen \u2013 um das Material selbst, aber auch um den Alleinvertretungsanspruch. Den g\u00e4be es in allen Avantgardebewegungen, weil keiner nur f\u00fcr sich sprechen will, sondern den Anspruch hat, die Bewegung zu vertreten. Erst wenn die Protagonisten 90 w\u00fcrden, w\u00fcrden Neubewertungen m\u00f6glich und Mythen aufgel\u00f6st.<\/p>\n<p>Johanna Schwanberg sprach die Rolle der Fotografen in der Aktionskunst an. Thomas Eder stimmte zu: Die Perspektiven der Akteure und derer, die die Dokumentationen gestalten, seien unterschiedlich. Und die Haltung dessen, der das Material erstellt, beeinflusse das Ergebnis. Klaus Kastberger erz\u00e4hlte von einem Film aus dem Oswald Wiener-Vorlass \u00fcber eine Brus-Aktion. Wiener habe nicht die Aktion selbst aufgenommen, sondern das Umfeld: die Zuschauer, auch deren Langeweile, und das ver\u00e4rgerte und widerstrebende Modell, das Brus zu bes\u00e4nftigen versuchte.<\/p>\n<p>Die VertreterInnen des Netzwerks ViennAvant waren sich mit Bernhard Fetz und Klaus Kastberger einig: Forschungsans\u00e4tze brauchen einen Rahmen. Bei den Avantgarden liege Potential f\u00fcr Innovationsforschung. Weiterf\u00fchrende Forschung m\u00fcsse erm\u00f6glicht werden. Es brauche viel Zeit und Detailwissen, um die Strategien der Protagonisten wie die Auswirkungen von Kontext und Umfeld transparent zu machen.<\/p>\n<h2><a href=\"http:\/\/www.azw.at\/\" target=\"_blank\">Im Architekturzentrum<\/a><\/h2>\n<p>Di., 23. M\u00e4rz 2010 fand im Architekturzentrum Wien anl\u00e4\u00dflich der Ausstellung <a href=\"http:\/\/www.azw.at\/event.php?event_id=1008\" target=\"_blank\">x projekte der arbeitsgruppe 4. Holzbauer, Kurrent, Spalt 1950\u20131970<\/a> das erste Archivgespr\u00e4ch von viennAvant statt.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.viennavant.at\/wp-content\/uploads\/AzWA3.jpg\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-606\" src=\"http:\/\/www.viennavant.at\/wp-content\/uploads\/AzWA3-300x200.jpg\" alt=\"azwa3\" width=\"430\" height=\"287\" srcset=\"https:\/\/www.viennavant.at\/wp-content\/uploads\/AzWA3-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.viennavant.at\/wp-content\/uploads\/AzWA3.jpg 1024w, https:\/\/www.viennavant.at\/wp-content\/uploads\/AzWA3-272x182.jpg 272w\" sizes=\"auto, (max-width: 430px) 100vw, 430px\" \/><\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.viennavant.at\/wp-content\/uploads\/AzWA20.jpg\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-608\" src=\"http:\/\/www.viennavant.at\/wp-content\/uploads\/AzWA20-300x200.jpg\" alt=\"azwa20\" width=\"430\" height=\"287\" srcset=\"https:\/\/www.viennavant.at\/wp-content\/uploads\/AzWA20-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.viennavant.at\/wp-content\/uploads\/AzWA20.jpg 1024w, https:\/\/www.viennavant.at\/wp-content\/uploads\/AzWA20-272x182.jpg 272w\" sizes=\"auto, (max-width: 430px) 100vw, 430px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Zun\u00e4chst f\u00fchrten die Kuratorinnen Sonja Pisarik und Ute Waditschatka die 19 Forscherinnen und Forscher durch die Ausstellung.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.viennavant.at\/wp-content\/uploads\/AzWA9.jpg\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-607\" src=\"http:\/\/www.viennavant.at\/wp-content\/uploads\/AzWA9-300x200.jpg\" alt=\"azwa9\" width=\"430\" height=\"287\" srcset=\"https:\/\/www.viennavant.at\/wp-content\/uploads\/AzWA9-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.viennavant.at\/wp-content\/uploads\/AzWA9.jpg 1024w, https:\/\/www.viennavant.at\/wp-content\/uploads\/AzWA9-272x182.jpg 272w\" sizes=\"auto, (max-width: 430px) 100vw, 430px\" \/><\/a><\/p>\n<p><span class=\"image large\">\u00a0<\/span>Daran schlo\u00df sich eine Archivf\u00fchrung und Besichtigung exemplarischer Beispiele aus der Sammlung.<\/p>\n<p><span class=\"image large\">\u00a0 <a class=\"large\" href=\"http:\/\/www.viennavant.at\/wp-content\/uploads\/AzW1.jpg\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-598\" src=\"http:\/\/www.viennavant.at\/wp-content\/uploads\/AzW1-300x200.jpg\" alt=\"azw1\" width=\"430\" height=\"287\" srcset=\"https:\/\/www.viennavant.at\/wp-content\/uploads\/AzW1-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.viennavant.at\/wp-content\/uploads\/AzW1.jpg 1024w, https:\/\/www.viennavant.at\/wp-content\/uploads\/AzW1-272x182.jpg 272w\" sizes=\"auto, (max-width: 430px) 100vw, 430px\" \/><\/a><\/span><\/p>\n<p>Der Nachmittag m\u00fcndete in einem informellen Gespr\u00e4ch \u201cArchitektur in \u00d6sterreich nach 1945: Akteure, Themen, Kontexte\u201d, das durch die interdisziplin\u00e4re Zusammensetzung der Runde sehr spannend war. Eines der besprochenen Themen war \u201eWorauf bezieht man sich im Wiederaufbau?\u201c<\/p>\n<p><span class=\"image large\">\u00a0 <\/span><span class=\"image large\"><a class=\"large\" href=\"http:\/\/www.viennavant.at\/wp-content\/uploads\/AzW3.jpg\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-599\" src=\"http:\/\/www.viennavant.at\/wp-content\/uploads\/AzW3-300x200.jpg\" alt=\"azw3\" width=\"430\" height=\"287\" srcset=\"https:\/\/www.viennavant.at\/wp-content\/uploads\/AzW3-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.viennavant.at\/wp-content\/uploads\/AzW3.jpg 1024w, https:\/\/www.viennavant.at\/wp-content\/uploads\/AzW3-272x182.jpg 272w\" sizes=\"auto, (max-width: 430px) 100vw, 430px\" \/><\/a><\/span><\/p>\n<h3>In der Diskussion ge\u00e4u\u00dferte Meinungen:<\/h3>\n<p>Die Kirche trat als Auftraggeberin auf \u2013 z.B. f\u00fcr Robert Kramreiter, einen Sch\u00fcler von Dominikus B\u00f6hm, der Kirchen noch als Gesamtkunstwerk sah.<\/p>\n<p>Eine gro\u00dfe Rolle spielte die Kulturpolitik der Besatzungsm\u00e4chte: Die Le Corbusier-Ausstellung von Franzosen in Innsbruck, in Wien in den sp\u00e4ten 40er-Jahren die Ausstellung \u201eAmerikanisches Wohnen\u201c, der erste Wachsmann-Vortrag 1953 im Amerikahaus, 1955 die Ausstellung Mies van der Rohe in der Secession. Kurrent und Holzbauer betonen, wie wichtig die Bibliotheken der Besatzungsm\u00e4chte waren.<\/p>\n<p><span class=\"image large\">\u00a0 <a href=\"http:\/\/www.viennavant.at\/wp-content\/uploads\/AzWA2.jpg\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-605\" src=\"http:\/\/www.viennavant.at\/wp-content\/uploads\/AzWA2-300x200.jpg\" alt=\"azwa2\" width=\"430\" height=\"287\" srcset=\"https:\/\/www.viennavant.at\/wp-content\/uploads\/AzWA2-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.viennavant.at\/wp-content\/uploads\/AzWA2.jpg 1024w, https:\/\/www.viennavant.at\/wp-content\/uploads\/AzWA2-272x182.jpg 272w\" sizes=\"auto, (max-width: 430px) 100vw, 430px\" \/><\/a> <\/span><\/p>\n<p>Die Leute waren auch viel unterwegs. Das Bundesministerium f\u00fcr Unterricht bezahlte Romstipendien und Reisen in die Schweiz zur Mondrian-Ausstellung. Friedrich Achleitner und andere reisten nach Skandinavien. Allgemein waren die 50er-Jahre gepr\u00e4gt von einer Schweden-Begeisterung. Anton Schweighofer, \u2013 er verbrachte 1956\u201359 in Schweden und bezeichnete Schweden als \u201edie <span class=\"caps\">USA<\/span> Europas\u201c \u2013 , nahm mit seinen reduzierten Bauformen, etwa in der \u201eStadt des Kindes\u201c, Einfl\u00fcsse aus Skandinavien auf. Kurt Schlauss, Erbauer des Pfeilheims, des Gartenbaukinos und der Wiga \u2013 <span class=\"caps\">WIG<\/span> 1964 Donaupark, war Mitglied der Aalto-Gesellschaft. Erich Boltenstern (Wiederaufbau Wiener Staatsoper, Erbauer von Ringturm und Kahlenbergrestaurant), hat in den 30er-Jahren im B\u00fcro Sven Markelius, des bedeutendsten Vertreters der schwedischen Moderne gearbeitet und auch Oswald Haerdtl hat sich dessen Bauten angesehen. Diese skandinavische Schiene sollte modernes Leben vermitteln. Die n\u00e4chste Generation, die Arbeitsgruppe 4, hat sich davon distanziert.<\/p>\n<p>Schnittstellen zwischen verschiedenen Disziplinen wurden besprochen und interdisziplin\u00e4re Verbindungen zwischen Architektur und Literatur: Architekten haben sich Vortr\u00e4ge zur Sprachwissenschaften angeh\u00f6rt. Kubelka hat bei Kurrent gewohnt. Umgekehrt gab es Vortr\u00e4ge von Architekten in der von Fritz Wotruba geleiteten Galerie W\u00fcrthle. Johannes Spalt hat sich immer wieder mit Thomas Bernhard getroffen. Der Begriff \u201eseriell\u201c wird von der zeitgen\u00f6ssischen Musik \u00fcbernommen, \u201eSerielles Bauen\u201c wird 1958 zum ersten Mal in einem Briefverkehr erw\u00e4hnt. Auch der Begriff der \u201eKonstellation\u201c steht in Verbindung zur experimentellen Dichtung.<\/p>\n<p><span class=\"image medium\">\u00a0 <a class=\"medium\" href=\"http:\/\/www.viennavant.at\/wp-content\/uploads\/AchleitnerFetz.jpg\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-567 size-medium\" src=\"http:\/\/www.viennavant.at\/wp-content\/uploads\/AchleitnerFetz-200x300.jpg\" alt=\"achleitnerfetz\" width=\"200\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.viennavant.at\/wp-content\/uploads\/AchleitnerFetz-200x300.jpg 200w, https:\/\/www.viennavant.at\/wp-content\/uploads\/AchleitnerFetz.jpg 512w\" sizes=\"auto, (max-width: 200px) 100vw, 200px\" \/><\/a><\/span>Weitere Themen waren die Wiederentdeckung Josef Franks, der nach Schweden emigriert war, nach 1945 jedoch nicht mehr nach \u00d6sterreich zur\u00fcckkam und die Figur Josef Hoffmann. Dieser war pr\u00e4sent im Strohkoffer. Er wurde als lebende Geschichte empfunden. Sein Mitmachen in der Nazizeit wurde ihm vorgehalten. Hoffmann hat mit den Studenten nie gesprochen. Er hat nur mit Haerdtl gesprochen. Achleitner hat erz\u00e4hlt, dass Hoffmann mit Zylinder und Frack gekommen ist, ganz unnahbar. Der aus dem Geist des St\u00e4ndestaats kommende Clemens Holzmeister dagegen \u2013 in den 50er-Jahren als Rektor der Akademie f\u00fcr Bildende K\u00fcnste eine dominierende Figur \u2013 war politisch unglaublich vernetzt. Seltsam, dass die Jungen den Holzmeister akzeptiert haben und den Hoffmann nicht. Max Weiler allerdings empfand ihn erdr\u00fcckend.<\/p>\n<p>Ausf\u00fchrlich wurde \u00fcber Roland Rainer diskutiert, seine belastete Vergangenheit in der Zeit des Nationalsozialismus, seine Publikationen und Bauten, seine Rolle in der Stadtplanung sowie sein Verh\u00e4ltnis zur Arbeitsgruppe 4 und die unterschiedlichen Vorstellung beider bez\u00fcglich einer Stadterweiterung.<\/p>\n<p>Roland Rainer war Mitglied des \u00d6sterreichischen Kunstsenats, von 1980 \u2013 1999 auch sein Pr\u00e4sident. Seither bekleidet Hans Hollein diese Funktion. Es entspann sich eine Diskussion \u00fcber die Einrichtung des \u00d6sterreichischen Kunstsenats. Dieser definiert sich selbst als \u201eeine Gemeinschaft von einundzwanzig hervorragenden sch\u00f6pferischen K\u00fcnstlerpers\u00f6nlichkeiten. Seine Aufgabe besteht darin, die Anliegen der Kunst in der \u00d6ffentlichkeit zu vertreten, die \u00f6ffentlichen Stellen in wichtigen Fragen der Kunst zu beraten und Ma\u00dfnahmen zur Kunstf\u00f6rderung und zur Bewahrung der kulturellen Substanz anzuraten. In seine Kompetenz f\u00e4llt das Vorschlagsrecht f\u00fcr den Gro\u00dfen \u00d6sterreichischen Staatspreis und das Vorschlagsrecht f\u00fcr die Berufung der Staatspreistr\u00e4ger in den Kunstsenat.\u201c<br \/>\nIm Gespr\u00e4ch war zu erfahren, dass dieses Gremium \u2013 ein Relikt des Austrofaschismus \u2013 kein Archiv im eigentlich Sinn habe und seine Akten sind nicht zug\u00e4nglich seien. Die 21 Mitglieder aus den Bereichen Architektur, Bildende Kunst, Literatur und Musik m\u00fcssen Tr\u00e4ger des Gro\u00dfen \u00d6sterreichischen Staatspreises sein und geh\u00f6ren dem Kunstsenat dann lebenslang an. Nur 4 der 21 Mitglieder sind Frauen <a href=\"http:\/\/www.kunstsenat.at\/kunstsenat.htm\" target=\"_blank\">http:\/\/www.kunstsenat.at\/kunstsenat.htm<\/a>. Auch bei Paaren wird der Preis nur dem Mann zuerkannt \u2013 z.B. bei den Windprechtingers, die immer zusammen gearbeitet haben.<\/p>\n<p>Der Vorentwurf zum Wien Museum stammte von Roland Rainer, mit dem revolution\u00e4rem Konzept von Harry Gl\u00fcck, ein Konzept, mit dem sich das Museum abgeschafft h\u00e4tte. Die These war: Man braucht kein gro\u00dfes Museum. Jedes Jahr wird sich ein immer aussagekr\u00e4ftigeres Objekt finden. Das Museum wird also winzig klein.<\/p>\n<p>In der Ausf\u00fchrung hat Haerdtl versucht, sich auf aktuelle Museumsprojekte zu beziehen, z.B. das Stedelijk Museum, das damals in Glas und Stahl gebaut wurde. Der Bau am Karlsplatz war ein Konflikt beladener Prozess f\u00fcr Haerdtl, wie ein Briefwechsel dokumentiert. Franz Schuster spielt eine wichtige Rolle, er hat Oswald Haerdtl vom Nicht-Gewinnplatz zu bauenden Architekten gemacht. Franz Schuster war sehr m\u00e4chtig. Er konnte sich mit riesigen Auftr\u00e4gen versorgen (z.B Per-Albin-Hansson-Siedlung). Die ganze Wiederaufbaugeschichte hat er dominiert und die alten Nazis alle aufgenommen. Schuster ist auch f\u00fcr das Scheitern der Arbeitsgruppe 4 am Gemeindebau verantwortlich. In den fr\u00fchen 30er-Jahren war er in Frankfurt, war Chefredakteur des <span class=\"caps\">AUFBAU<\/span>. Die Frage wird gestellt, ob schon jemand versucht hat, \u201ediese schmutzige Arbeit zu mache, da in die Archive hineinzugehen\u201c. Der Nachlass von Schuster liegt unaufgearbeitet in der Angewandten.<\/p>\n<p><span class=\"image large\">\u00a0 <a class=\"large\" href=\"http:\/\/www.viennavant.at\/wp-content\/uploads\/AzW13.jpg\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-603\" src=\"http:\/\/www.viennavant.at\/wp-content\/uploads\/AzW13-300x200.jpg\" alt=\"azw13\" width=\"430\" height=\"287\" srcset=\"https:\/\/www.viennavant.at\/wp-content\/uploads\/AzW13-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.viennavant.at\/wp-content\/uploads\/AzW13.jpg 1024w, https:\/\/www.viennavant.at\/wp-content\/uploads\/AzW13-272x182.jpg 272w\" sizes=\"auto, (max-width: 430px) 100vw, 430px\" \/><\/a><\/span><\/p>\n<p>Die Angewandte hat einen reichen Schatz an Nachl\u00e4ssen, berichtete Bernadette Reichhold vom Oskar Kokoschka-Forschungszentrum. So auch den von Hans Sedlmayr (\u201eVerlust der Mitte\u201c) der sich 1948 in einem Vortrag mit dem Karlsplatz befasste: \u201eAuf dem Karlsplatz darf es kein anderes Problem geben\u201c (als die Karlskirche\u2026) Kurz fokussierte sich das Gespr\u00e4ch auf Oskar Kokoschka, der nach dem Krieg in Wien nicht gelandet ist, denn da war Herbert Boeckl, und auf Kokoschkas Galeristen und Freund Friedrich Welz, eine h\u00f6chst zwiesp\u00e4ltige Figur \u2013 einerseits Kunsth\u00e4ndler des Naziregimes, der Arisierungen betrieb, andererseits nach dem Krieg Promotor der Avantgarde.<\/p>\n<p><span class=\"image large\">\u00a0 <\/span><span class=\"image large\"><a class=\"large\" href=\"http:\/\/www.viennavant.at\/wp-content\/uploads\/AzW8.jpg\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-602\" src=\"http:\/\/www.viennavant.at\/wp-content\/uploads\/AzW8-300x200.jpg\" alt=\"azw8\" width=\"430\" height=\"287\" srcset=\"https:\/\/www.viennavant.at\/wp-content\/uploads\/AzW8-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.viennavant.at\/wp-content\/uploads\/AzW8.jpg 1024w, https:\/\/www.viennavant.at\/wp-content\/uploads\/AzW8-272x182.jpg 272w\" sizes=\"auto, (max-width: 430px) 100vw, 430px\" \/><\/a><\/span><\/p>\n<p>Nicht nur Informationen und Wissen wurden ausgetauscht, sondern auch methodische Fragen diskutiert.<\/p>\n<p>Bernhard Fetz ri\u00df die Frage nach den \u00e4sthetischen Konzepten an: \u201eDie Dinge sind oft differenzierter als sie aufs Erste scheinen. Doderer z.B. ist oberfl\u00e4chlich betrachtet ein Vertreter des Monumentalromans. Wenn man aber genauer hinschaut, ist Doderer ein Avantgardist. Wie weit gehen die Schnittstellen? Das sieht man vielleicht nur von au\u00dfen: So ist es z.B. Eduard Sekler, der die gro\u00dfe Hoffmannbiografie schreibt\u2026.\u201c<\/p>\n<p><span class=\"image large\">\u00a0 <\/span><span class=\"image large\"><a class=\"large\" href=\"http:\/\/www.viennavant.at\/wp-content\/uploads\/AzW4.jpg\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-600\" src=\"http:\/\/www.viennavant.at\/wp-content\/uploads\/AzW4-300x200.jpg\" alt=\"azw4\" width=\"430\" height=\"287\" srcset=\"https:\/\/www.viennavant.at\/wp-content\/uploads\/AzW4-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.viennavant.at\/wp-content\/uploads\/AzW4.jpg 1024w, https:\/\/www.viennavant.at\/wp-content\/uploads\/AzW4-272x182.jpg 272w\" sizes=\"auto, (max-width: 430px) 100vw, 430px\" \/><\/a><\/span><span class=\"image large\"><a class=\"large\" href=\"http:\/\/www.viennavant.at\/images\/129\/original\/AzW4.jpg\">\u00a0 <\/a><\/span><\/p>\n<p>\u00c4sthetische Konzepte sind nie nur schwarz oder wei\u00df. Spalt hat z.B. sehr stark den NS-Architekten Paul Schmitthenner (\u201eDas deutsche Wohnhaus\u201c) rezipiert. Wie geht er damit um? Alle haben Stifters \u201eNachsommer\u201c gelesen. Auch Thomas Bernhard hat Stifter gelesen. Wie geht man mit den Parallelwelten um? Wer hat sich daf\u00fcr eingesetzt, dass Lois Welzenbacher eine Professur bekommen hat? Am Fall Welzenbacher zeigt sich eine typische Ambivalenz: Einerseits kriegt er eine Professur, andererseits l\u00e4sst man ihn nichts bauen. Wie Plischke\u2026 \u201eEs sei ganz spannend ist zu verfolgen, wer vorgeschlagen wird, wer dann wieder rausgefallen ist und mit welchen Argumenten\u201c, best\u00e4tigte Bernadette Reinhold.<\/p>\n<p>Bernhard Steger stellte fest: \u201eOft wird der rote Faden erst r\u00fcckwirkend erzeugt. Ottokar Uhl hat die <span class=\"caps\">HTL<\/span> in Zell\/See besucht. Und er war Welzenbacher-Sch\u00fcler.\u201c Bernhard Fetz stimmte zu: \u201eDie Gefahr ist, dass wir einfach r\u00fcckprojizieren. Interessant sind die Ankn\u00fcpfungspunkte, unabh\u00e4ngig von der politischen Einstellung. Spalt hat schon vor der Formierung der Arbeitsgruppe 4 selbst\u00e4ndig gebaut. Wie geht man mit dem ver\u00e4nderten Wertgef\u00fchl um?\u201c<\/p>\n<p><span class=\"image large\">\u00a0 <\/span><span class=\"image large\"><a class=\"large\" href=\"http:\/\/www.viennavant.at\/wp-content\/uploads\/AzW5.jpg\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-601\" src=\"http:\/\/www.viennavant.at\/wp-content\/uploads\/AzW5-300x200.jpg\" alt=\"azw5\" width=\"430\" height=\"287\" srcset=\"https:\/\/www.viennavant.at\/wp-content\/uploads\/AzW5-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.viennavant.at\/wp-content\/uploads\/AzW5.jpg 1024w, https:\/\/www.viennavant.at\/wp-content\/uploads\/AzW5-272x182.jpg 272w\" sizes=\"auto, (max-width: 430px) 100vw, 430px\" \/><\/a><\/span><\/p>\n<p>Andreas Nierhaus\/Wien Museum zitierte Wolfgang Ernst: \u201eDas Archiv sind die L\u00fccken.\u201c \u201eOtto Wagner hat kurz vor seinem Tod 1912 seine Fachbibliothek versteigern lassen. Warum legt er sie weg?\u201c<\/p>\n<p>Bernadette Reinhold: Das eine ist das Quellenstudium. Die Nachl\u00e4sse wurden und werden jedoch sehr sp\u00e4t aufgearbeitet. Jetzt gibt es eine andere Generation von Forscherinnen und Forschern, die freier arbeiten kann, ohne Seilschaften.<\/p>\n<p>Bernhard Fetz: \u201eEs w\u00e4re auch spannend, die Manifeste zu vergleichen, die so pr\u00e4gnant sind, kurz, widerspr\u00fcchlich, im Widerspruch zur Praxis, oft Ersatz f\u00fcr diese. Irgendwann verl\u00e4sst der Holzbauer die Arbeitsgruppe 4, weil er bauen will. Irgendwann steigt Oswald Wiener aus der Wiener Gruppe aus, weil er einen gro\u00dfen Roman schreiben will. Es gibt nur dieses Anekdotische. Geht etwas tiefer? Geht etwas hinein ins Begriffliche?\u201c<\/p>\n<p>Monika Platzer schloss sich an: Wie kommt man vom Anekdotischen weg? Achleitner hat bis jetzt eigentlich die Geschichtsschreibung gepr\u00e4gt. Man muss in die Quellenforschung gehen. Noch leben Zeitzeugen.<\/p>\n<p>Andreas Nierhaus artikulierte die beiden Kernfragen aus diesem Gespr\u00e4ch: \u201eWie kommt man vom Anekdotischen in die Forschung? Und wie kann man diese Forschungsnetzwerke fixieren \u00fcber das M\u00fcndliche hinaus?\u201c<\/p>\n<p>\u00dcberlegungen zur weiteren interdisziplin\u00e4ren Forschungst\u00e4tigkeit und zu einer m\u00f6glichen Kontinuit\u00e4t der gekn\u00fcpften Kontakte wurden besprochen. Monika Platzer resumierte: Niemand hat Zeit, Konzepte zu entwerfen. Jeder arbeitet von uns im Haus. Es w\u00e4re wichtig zu wissen, was der andere tut, wichtig, sich immer wieder zusammen zusetzen und anzudenken, was jeder f\u00fcr die n\u00e4chsten Jahre plant. Den Schwarm informell halten, Publikationen sammeln.<\/p>\n<p><span class=\"image large\">\u00a0 <a class=\"large\" href=\"http:\/\/www.viennavant.at\/wp-content\/uploads\/AzW14.jpg\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-604\" src=\"http:\/\/www.viennavant.at\/wp-content\/uploads\/AzW14-300x200.jpg\" alt=\"azw14\" width=\"430\" height=\"287\" srcset=\"https:\/\/www.viennavant.at\/wp-content\/uploads\/AzW14-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.viennavant.at\/wp-content\/uploads\/AzW14.jpg 1024w, https:\/\/www.viennavant.at\/wp-content\/uploads\/AzW14-272x182.jpg 272w\" sizes=\"auto, (max-width: 430px) 100vw, 430px\" \/><\/a> <\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im \u00d6sterreichischen Literaturarchiv Das zweite ViennAvant-Archivgespr\u00e4ch am 30. April 2010 war der Literatur gewidmet. Direktor Bernhard Fetz begr\u00fc\u00dfte im \u00d6sterreichischen Literaturarchiv in der Hofburg eine multidisziplin\u00e4re Gruppe aus ViennAvant \u2013 neun Forscherinnen und Forscher aus Literaturwissenschaft, Kunstgeschichte, Theaterwissenschaft, Architekturgeschichte, Musikwissenschaft und Medienwissenschaft. Nach programmatischen Worten zu der Arbeit des Archivs und aktuellen Schwerpunkten gab er &hellip; <a href=\"https:\/\/www.viennavant.at\/en\/interdisziplinaerer-diskurs\/archivgespraeche\/archivgespraeche-2010\/\" class=\"more-link\">Continue reading <span class=\"screen-reader-text\">Archivgespr\u00e4che 2010<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":2490,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-2504","page","type-page","status-publish","hentry"],"translation":{"provider":"WPGlobus","version":"3.0.2","language":"en","enabled_languages":["de","en"],"languages":{"de":{"title":true,"content":true,"excerpt":false},"en":{"title":false,"content":false,"excerpt":false}}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.viennavant.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/2504","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.viennavant.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.viennavant.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.viennavant.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.viennavant.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2504"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.viennavant.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/2504\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4652,"href":"https:\/\/www.viennavant.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/2504\/revisions\/4652"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.viennavant.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/2490"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.viennavant.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2504"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}