{"id":2428,"date":"2016-12-15T12:10:16","date_gmt":"2016-12-15T12:10:16","guid":{"rendered":"http:\/\/viennavant.cloud.d2mc.com\/?page_id=2428"},"modified":"2016-12-15T12:10:16","modified_gmt":"2016-12-15T12:10:16","slug":"referat-manfred-mueller","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.viennavant.at\/en\/symposium-teststrecke-kunst-wiener-avantgarden-nach-1945\/wiener-grund\/referat-manfred-mueller\/","title":{"rendered":"Referat Manfred M\u00fcller"},"content":{"rendered":"<div id=\"main\">\n<div id=\"content\">\n<div id=\"contentMain\">\n<h2>Der Grund der literarischen Avantgarde<\/h2>\n<p>In den Jahre nach 1945 etablierte sich in Wien relativ rasch eine sehr vielschichtige literarische Szene, und dies, obwohl zun\u00e4chst die \u201eAntimoderne\u201c (weiter) dominierte, obwohl der Gro\u00dfteil einer Autorinnen- bzw. Autorengeneration ermordet oder vertrieben worden war, obwohl es anfangs keine nennenswerten Institutionen gab, die eine \u201ejunge Literatur\u201c h\u00e4tten unterst\u00fctzen k\u00f6nnen usw..<\/p>\n<p>Dieses \u201eTrotzdem\u201c bildet demnach einen nicht wegzudenkenden Subtext, der die ersten Arbeiten bald \u201ebekannter\u201c Autorinnen und Autoren wie Ingeborg Bachmann, Ilse Aichinger, Herbert Eisenreich oder H.C. Artmann grundiert. Es gilt daher, zun\u00e4chst die Spielr\u00e4ume abzustecken, die jungen Schreibenden in Wien nach 1945 \u00fcberhaupt zur Verf\u00fcgung standen.<\/p>\n<p>Ebenso schwierig wie die Frage des \u201ewarum\u201c ist die das \u201eab wann\u201c zu beantworten: Ein \u201eAnfang\u201c einer neuen, formal wie sprachlich \u201eavantgardistischen\u201c literarischen Entwicklung l\u00e4sst sich nicht punktuell markieren. Vielmehr scheint kontinuierlich eine stark vernetzte \u201eSzene\u201c entstanden zu sein, die nicht nur gegen den, sondern auch im \u201ealten\u201c Kulturbetrieb agierte und teils \u00e4u\u00dferst durchl\u00e4ssige Grenzen aufwies \u2013 um g\u00e4ngige, stark vereinfachende Kategorisierungen anzuwenden: \u201eAvantgarde\u201c konnte sich offenbar durchaus aus der \u201eAntimoderne\u201c entwickeln und umgekehrt, und dies innerhalb k\u00fcrzester Zeit und ein und dieselbe Person betreffend.<\/p>\n<p>Eine dritte Frage ist eine definitorische: Was verschaffte einem Schreibenden das Etikett \u201eAvantgarde\u201c? L\u00e4sst sich der im Nachhinein meist als deutlicher \u201eBruch\u201c beschriebene Unterschied zwischen der \u201eAvantgarde\u201c und den anderen im Umgang mit z.B. literarischen Traditionen, staatlichen Institutionen, historischen Themenstellungen usw. in den Jahren unmittelbar nach 1945 \u00fcberhaupt nachweisen? Und, wenn ja, ab wann?<\/p>\n<blockquote><p>Manfred M\u00fcller, Mag. Dr. Studium der Germanistik und Kunstgeschichte an der Universit\u00e4t Wien; Generalsekret\u00e4r der \u00d6sterreichischen Gesellschaft f\u00fcr Literatur (Wien), Lehrbeauftragter am Institut f\u00fcr Germanistik der Universit\u00e4t Wien. T\u00e4tigkeiten als Herausgeber, Ausstellungskurator sowie als Konzipient und Moderator zahlreicher literarischer Veranstaltungen; Forschungsgebiete: \u00d6sterreichische Literatur des 20. Jahrhunderts, Literaturtheorie, Literatur und Medien; Publikationen: zahlreiche Aufs\u00e4tze zur \u00f6sterreichischen Literatur nach 1945. Zuletzt erschienen: \u201cAlte Meister, Schufte, Aussenseiter. Reflexionen \u00fcber \u00f6sterreichische Literatur nach 1945\u201d (Hg., Wien 2005); \u201cMichael Guttenbrunner \u2013 Texte und Materialien\u201d (Mithrsg., Wien 2005); \u201cBin ich denn wirklich, was ihr einst wart? Alexander Lernet-Holenia 1897\u20131976\u201d (Hg., Riverside 2006)<\/p><\/blockquote>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Grund der literarischen Avantgarde In den Jahre nach 1945 etablierte sich in Wien relativ rasch eine sehr vielschichtige literarische Szene, und dies, obwohl zun\u00e4chst die \u201eAntimoderne\u201c (weiter) dominierte, obwohl der Gro\u00dfteil einer Autorinnen- bzw. 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