Europäisches Netzwerk für Studien zu Avantgarde und Moderne (EAM)

Das Europäische Netzwerk für Studien zu Avantgarde und Moderne (EAM) widmet sich der globalen Erforschung von literarischer und künstlerischer Avantgarde und Moderne im neunzehnten und zwanzigsten Jahrhundert. Es ist das zentrale Anliegen des EAM-Netzwerks, die interdisziplinäre und intermediale Erforschung experimenteller Ästhetiken und Poetiken voranzutreiben und das Interesse an den kulturellen Dimensionen und Kontexten der Avantgarde und der literarischen Moderne zu fördern. EAM beabsichtigt, die methodologische Vielfalt der Studien zu Avantgarde und Moderne einzubeziehen, und lädt daher alle Wissenschaftler aus den einschlägigen Forschungsgebieten ein, an den internationalen Tagungen, die alle zwei Jahre organisiert werden, teilzunehmen und zur Online-Bibliographie beizutragen.

QUEST/INVESTIGATION

5. EAM-Konferenz 1.-3. Juni 2016 – Universität Rennes

2016 wird die EAM-Konferenz zu dem Thema Quest/Investigation an das Centre d’Études des Littératures et Langues Anciennes et Modernes (CELLAM) in Rennes (Frankreich) abgehalten werden.

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 Call

The fifth EAM congress invites scholars to consider the coupling of the notions of quest and investigation in works of art or movements of the avant-garde or neo-avant-garde, or of the various forms of modernism, even though modernism and the avant-garde seem often to have been constructed in opposition to the spiritual or scientific heritage suggested by these two terms.

The notion of quest suggests a metaphysical beyond informed by mysticism, implying the absence of an end or of a conclusion, whereas the notion of investigation implies a totally rational conception of reality and a process likely to bring a definite result and reach a conclusion. Coupling the two notions, quest/investigation, is therefore an invitation to overcome an initial paradox: the endlessness of the quest as opposed to the fixed scope of the investigation. The co-articulation of the two notions may shed some light on marginal or neglected works. It may also question the dialectical relationship between modern and anti-modern, between avant-garde and rear-guard, between insistent innovations and archaisms, acknowledged or disguised.

Whether dialectical or dynamic, the approach we suggest applies to all the fields or domains of research in the Arts, literature, aesthetics, cinema, photography, drama, T.V. or digital media, architecture, music, design.

Wieder Panel einer Forscherinnengruppe aus dem ViennAvant-Netzwerk

Anna Spohn, Katharina Jesberger und Stefanie Kitzberger haben zum Themenbereich “Laboratory Constructivism, early Video Community and Allan Kaprow” folgendes Panel eingereicht, das angenommen wurde:

Laboratory. Model. Experiment. Scientification and its Dialectical Matrix in the Avant-garde Arts

Summary of the Panel

The panel will consist of three lectures

Stefanie Kitzberger (Department of Art History, University of Applied Arts Vienna / IFK – International Research Center for Cultural Studies, Vienna): “Constructivist Models”

Katharina Jesberger (Department of Art History, University of Applied Arts Vienna): “The universe as laboratory. Research and techno-mythic belief in the video collectives around Radical Software”

Anna Spohn (Department of Art Theory, University of Applied Arts Vienna): “Becoming fluid? Allan Kaprow´s ‘experimental art’ between fixed scopes and open processes”

Translations of scientific concepts into art frequently manifest in the 20th century’s avant-garde art. Associated to both an open-ended innovation process and the idea of providing a scientific basis for a socio-political agenda, they reflect the dialectics of autonomy not only by escaping from conventional art vocabulary, but also by claiming a counter-aesthetic position.

This panel examines the consequences of such translations for the rhetorics and methods of artistic practices, for the medial or material status of their outcome: The objects and drawings of Laboratory Constructivism in Early Soviet Russia act as ‘models’ for art being transferred into the realm of industrial production. For the Video Communities around Radical Software art – a laboratory for social change – fuses with the technologized universe that has to be researched through the video and for Allan Kaprow the term ‘experiment’ is a mean to get rid of all predeterminations by the frameworks of art.

UTOPIA

4. EAM-Konferenz 29. – 31. August 2014 – University of Helsinki

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Zum Programm der Konferenz

Moderne und Avantgarde sind künstlerische Sprachen der Brüche. Beide Strömungen waren gegen die traditionelle Auffassung von Kunst gerichtet, und haben oft eine antagonistische Position in Beziehung zu bestehenden kulturellen und sozialen Institutionen und Beziehungen eingenommen. Diese Konferenz untersucht utopische Alternativen, welche modernistische und avantgardistische Künstlerinnen und Künstler der Gesellschaft ihrer Zeit angeboten haben.

Dies war nicht immer nur eine Frage der Annahme einer externen Position: die russische Avantgarde zum Beispiel wurde durch den frühen sowjetischen Staat in einer unangenehmen – und vorübergehenden – Allianz zur Geburt des „Neuen Menschen“ vereinnahmt. Die EAM 2014 Konferenz in Helsinki erinnert an den hundertsten Jahrestag des Ausbruchs des Ersten Weltkriegs, indem sie als Ausgangspunkt die vielen utopischen Visionen innerhalb der europäischen Literatur und Kunst sowie deren Zusammenbruch im Angesicht der Schrecken des Krieges wählt.

Die Auswirkungen des Krieges erstreckten sich über das ganze folgende Jahrhundert, und die Konferenz wird auch die utopischen Dimensionen der Neo-Avantgarde, diskutieren: zum einen jene des Westen welche sich Alternativen zu Konformismus und Konsumgesellschaft erträumte oder jene des Ostens, mit seinen Alternativen zu sozialistischen Dystopia.

Der Call lud ein, Vorschläge und Beiträge aus Forschung und Praxis zu allen Bereichen der Avantgarde und des Modernismus: Kunst, Literatur, Musik, Architektur, Film, künstlerische und soziale Bewegungen, Lifestyle, Fernsehen, Mode, Theater, Performance, Aktivismus, Design und Technologie einzureichen, die sich mit den jenen Visionen, welche Moderne und Avantgarde als Alternative zur existierenden Realität angeboten haben, beschäftigen: Utopien, Chimären, Träume; Abstraktionen; Wünsche; Mythen; Dystopien, Stadtansichten und unmögliche Landschaften; Politik oder Anti-Politik; Vorstellungen vom Körper – befreit oder gefesselt; erotische Befreiung; Rückzug ins Private oder die Kartographierung von mutigen Alternativen; die Avantgarde als Alternative zum Staat, oder als dessen Verkörperung; das utopische Moment im nihilistischen oder abstoßenden Kunstwerk.

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Drei Teams aus dem Netzwerk ViennAvant haben bei der EAM 2014 ihre Forschungsergebnisse zum Konferenzthema vorgestellt:

Die Gruppe Irene Suchy (Musikwissenschaft), Hannes Schweiger (Literaturwissenschaft) – nun ersetzt durch Helmut Neundlinger, – Harald Krejci (Kunstgeschichte) und Rudolf Kohoutek (Architektur) präsentierte das Panel

“Schmäh. Humour as a constitutive element of Viennese post-war avant-gardes”

Einreichungs-Abstract

“Viennese Post War Avant-garde movements are still disregarded in respect of their interdisciplinary relationships and their international context. While Vienna was destroyed by war, dominated by hunger, and its cultural institutions were still bestridden by exponents of the former Nazi regime, new forms of artistic expression were brought into being by the concept of utopia. These Avant-gardists were driven by a radical break with the past. Despite formal differences between individual positions, it is possible to identify common aesthetic strategies: a propensity towards ritual as well as humour – an aspect often overlooked:”

“As a constitutive component of the Viennese Post-War Avant-garde movements, the panel analyzes a special humour in sense of fictionalizing reality. Our research departs from Gertrud Koch’s theses, cultural scientist, who works on a proleptic concept of humour, elaborated from Nietzsche, Husserl and Peter L. Berger. With humour as such strategy of perspectival decentering, these avant-gardists produced a utopian world in contrast to their political and social reality, which they refused.”

“The proposal aims at developing a scientific approach that draws on works by Otto M. Zykan and Kurt Schwertsik in music, Ernst Jandl and Gerhard Rühm in literature, Friedensreich Hundertwasser in fine arts, Zünd up and Missing Link in architecture.”

Summary des Panels

“Die Arbeit setzt mit dem Versuch einer Begriffsklärung ein: Lässt sich überhaupt eine eindeutige Definition von Humor finden, und welche Aspekte müsste eine solche umfassen? Alltagssprachlich wird unter dem Stichwort Humor Verschiedenes und zum Teil Widersprüchliches subsumiert: Ironie, Parodie, Nonsense, das Lächerliche ebenso wie das Groteske, das Skurrile oder Makabre, das Hinterfotzige, die Verhöhnung oder die Verhetzung.. Ebenso zahlreich wie seine Ausprägungen erscheinen auch die Ansätze, ihn hinsichtlich seiner Präsenz nicht zuletzt im Bereich der künstlerischen Avantgarde zu beschreiben. Der französische Surrealist Andre Breton hat ihn mit seiner legendären „Anthologie des schwarzen Humors“ zu einer zentralen Strategie progressiven Kunstschaffens geadelt. Nicht nur in den Werken der Surrealisten übernimmt er die Funktion der Provokation, der Infragestellung, der Umkehrung bestehende Verhältnisse und öffnet auf diese Weise auch Räume für zukünftige, utopische Weltentwürfe.”

“In diesem Sinn hat der Humor im Kontext der Avantgarde nicht nur eine rein ästhetische, sondern darüber hinaus auch eine eminent politische Komponente. Er verweist einerseits auf das historische Davor, indem er via Schmäh, Witz und subversivem Gestus die traumatischen Erfahrungen des Totalitarismus verarbeitet, und auf ein Danach, indem er nicht bloß das „Herrschende“ dekonstruiert, sondern neue, konstruktive ästhetische und politische Standpunkte ermöglicht.”

“Diese Dimension betrifft sämtliche künstlerischen Disziplinen und die innerhalb und zwischen diesen Disziplinen auftretenden und agierenden Gruppen. In Einzelstudien zu Musik, bildender Kunst, Literatur und Architektur von Vertretern des Netzwerks ViennAvant soll gezeigt werden, dass und inwiefern die Künstler und Künstlerinnen der Wiener Nachkriegs-Avantgarde prägend an der gesellschafts-politischen und zeithistorischen Auseinandersetzung beteiligt waren.”

“Der viel beschworene „Schmäh“ in seinen vielfältigen Ausformungen kann darin als eine bedeutende ästhetische Strategie der Kunst identifiziert werden. Die Künstlerinnen und Künstler entdeckten darin nicht zuletzt eine Möglichkeit, eine antifaschistische, anarchistische, pazifistische oder auch humanistische Haltung einzunehmen. Im Schmäh formuliert sich jene musikalisch-gestisch-performative-mediale Sprache, die die verdrängten und verschwiegenen Epochen des Austrofaschismus und der NS-Zeit auf unhintergehbare Weise vergegenwärtigt.”

“In den Analysen der Werke werden die Ausgangspunkte des Witzes im Irrtum und Missverständnis, in unglücklichen Aussprüchen und im Hierarchiegehabe, im Hoheitsgehabe und in seinen Belegen im Publikumsverhalten – dem befreienden Gelächter – dokumentiert und in Gesprächen mit den ProtagonistInnen in Frage gestellt. Auch das charakterisiert diese Epoche und die Arbeit an ihr: ProtagonistInnen und DokumentaristInnen gehen nicht nur über die Grenzen der Kunstkategorien und der Tabus, sondern sie pflegen in ihren Arbeits- und anderen Verhältnissen auch gelegentlich ihre Positionen zu tauschen. Befragt werden Lore Heuermann und Friedrich Achleitner, Kurt Schwertsik und H.K. Gruber, Gottfried Schlemmer und Ferry Radax, Hermann Czech und Marie Thérèse Escribano, Wolf D. Prix und VALIE EXPORT.”

“Zu den einzelnen Beiträgen: Ausgehend von Zykans polemischer Arie und den identifizierten Parametern des Witzes befasst sich Irene Suchy mit dem Werk Schwertsiks, Rühms und HK Grubers. In der Literatur identifiziert Helmut Neundlinger mit der Frage „wo bleibb da hummooa“? die befreienden Erschütterungen des Lachens an Ernst Jandl oder Gerhard Rühm. Harald Krejci sucht ironische Wenden im Werk Hundertwassers und anderer Malerei und Rudolf Kohoutek untersucht die Architektur der 50er bis 70erJahre auf ihre humorvoll-witzige Komponente.”

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Das Projekt wird vom Bundeskanzleramt sowie der österreichischen Botschaft in Helsinki gefördert.

Gabriele Jutz von der Universität für Angewandte Kunst, Wien, und ihre Kolleginnen Nina Jukic und Christina Pia Hofer das Panel

“The Utopian Potential of the Obsolete”.

“Today, obsolescence is a relevant topic not only in artistic practices, but also in popular culture. This panel addresses the question why there is this interest today and how the obsolete can serve critical, even utopian purposes. Nina Jukic analyzes how the current resurrection of analogue photography in popular culture reflects utopian desires to resist the digital abundance of the modern world, yet relies on capitalism itself. Kristina Pia Hofer will focus on the example of Herschel Gordon Lewis’ exploitation-feminist utopia She-Devils on Wheels (1968), whose appeal to later queer/feminist engagement has roots in the insistent presence of obsolete technology. Gabriele Jutz will deal with the historical avant-gardes, showing that their attitude to the new technologies of (audio)visual reproduction was retrograde, but necessarily so, given their radical utopian aspirations.”

Ingrid Fürhapter und Markus Ender vom Forschungsinstitut Brenner-Archiv der Universität Innsbruck hielten in einem offenen Panel den gemeinsamen Vortrag

„Immer eines Kommenden trächtig?“ Utopische und apokalyptische Visionen in der Zeitschrift „Der Brenner“ (1910 – 1954)

eam7“1910 gründete Ludwig v. Ficker in Innsbruck die kunst- und kulturkritische Zeitschrift Der Brenner, die als einzige der wenigen Kulturzeitschriften Europas beide Weltkriege überdauerte. Sie wurde zunächst von Carl Dallagos utopischer Idee des selbstbestimmten, mit sich und der Natur in Einklang stehenden Menschen geprägt, die bald vom Konzept einer religiösen Individualität, die den Sprung in den Glauben wagt, überlagert wurde. Georg Trakl und Theodor Haecker betonten zunehmend die individuelle und allgemeine Schuld des Menschen und der erlösungsbedürftigen Schöpfung. Liebesutopien von der dionysisch-rauschhaften Verschmelzung von Mann und Frau trafen auf apokalyptische Vorstellungen, die zwischen Unschuld, schuldhafter Verstrickung, Sehnsucht nach Reinheit und Hoffnung auf Erlösung und Auferstehung zu einem neuen Menschentum changierten.”

“Der Vortrag zeicheam5net nach, wie der Brenner seine ursprüngliche partielle Aufgeschlossenheit gegenüber der expressionistischen Moderne, die von der Konzeption des Neuen Menschen inspiriert war, verliert. Es soll gezeigt werden, wie über einen Zeitraum von vier Jahrzehnten verschiedenste Vorstellungen von Utopien und Apokalypsen kompiliert werden, die nach dem Zweiten We ltkrieg in eine Synästhesie der eschatologisch-mystischen Visionen Paula Schliers mit Ignaz Zangerles wertkonservativer, kirchlich-katholisch überformter Utopie von der Dichtung als Offenbarung der verborgenen Heilsgeschichte münden, derzufolge der Dichter der Zukunft zur Wirklichkeit verhelfe, „indem er sie heute schon als möglich erscheinen“ lasse.”

Die sehr große Konferenz – 23 Closed Panels, 22 Open Panels und 2 Peer Seminares und 231 Einzelvorträgen – , die Avantgarde- und Moderne-ForscherInnen aus der ganzen Welt vereinte, war hervorragend organisiert.

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Die Teilnahme der drei ViennAvant-Teams war sehr erfolgreich: Bei 10 gleichzeitig laufenden Sessions waren die Panels „Schmäh. Humour as a constitutive element of Viennese post-war avant-gardes“ der Gruppe Irene Suchy, Harald Krejci, Helmut Neundlinger sowie “The Utopian Potential of the Obsolete” der Gruppe Gabriele Jutz und auch der Vortrag von Ingrid Fürhapter und Markus Ender gut besucht. An die Präsentationen schloss sich rege Diskussionen mit hoch qualfizierter internationaler ZuhörerInnenschaft. Mit weiteren KollegInnen von europäischen und amerikanischen Universitäten wurden Kontakte geknüpft.

Die Publikation der Vorträge im EAM-Tagungsband wird dazu beitragen, die Aufmerksamkeit der zu Modernismus und Avantgarden forschenden internationalen Scientific Community auf die bisher international unterrepräsentierte Österreichische Nachkriegsavantgarde zu lenken. Sie wird auch als pdf auf der Homepage abrufbar sein.

Die Teilnahme der Forscherinnen und Forscher an dieser Konferenz ist ein starker Impuls für die Arbeit des Vereins ViennAvant, dessen Anliegen die integrativen Erfassung, Aufarbeitung und zusammenfassenden Darstellung der Strömungen der Wiener Nachkriegsavantgarden und ihrer österreichweiten wie internationalen Vernetzungen ist. So wird der Verein im kommenden Jahr in Kooperation mit dem Institut für Germanistik an diesem eine interdisziplinäre Ringvorlesung zur Nachkriegsavantgarde mit internationaler Beteiligung veranstalten.

Eine erfreuliche Nachnutzung ist die Publikation der Beiträge der Gruppe Irene Suchy, Harald Krejci, Helmut Neundlinger und Rudolf Kohoutek im Band „Schmäh. Der Witz der Wiener Avantgarde“, der von der MA7/Wissenschaft finanziert wird. Er wird im Verlag Bibliothek der Provinz edition seidengasse erscheinen und im kommenden Jahr im Rahmen der Wiener Vorlesungen in Raabs präsentiert werden.

Konferenz Veranstalter und EAM Netzwerk Vorsitzende:

Prof. David Ayers, University of Kent, UK
Dr. Marja Härmänmaa, University of Helsinki, Finnland

Das wissenschaftliche Komitee der EAM 2014 Konferenz:

eam4 Professor Henry Bacon, University of Helsinki / Professor Natalia Baschmakoff, University of Eastern Finland / Dr. Irmeli Hautamäki, Universität Helsinki / Professor Tomi Huttunen, Universität Helsinki / Dr. Teemu Ikonen, Universität Helsinki / Dr. Timo Kaitaro, Universität Helsinki / Dr. Janna Kantola, Universität Helsinki / Professor Pirjo Lyytikäinen, Universität Helsinki / Professor Hannu Riikonen, Universität Helsinki / Dr. Riikka Rossi, University of Helsinki / Professor Pekka Pesonen, Universität Helsinki / Professor Kirsi Saarikangas, Universität Helsinki / Professor Riikka Stewen, Akademie der Bildenden Kunst / Professor Harri Veivo, University of New Sorbonne / University of Helsinki

Material Meanings

3. EAM-Konferenz 7. -9. September 2012 – University of Kent

David Ayers, Professor für Modernism and Critical Theory an der University of Kent bereitet diese dritte Biennal-Konferenz des European Network for Avant-Garde and Modernism Studies (EAM) vor.

Zum Thema der Konferenz:

Die ‚Material Meanings’ Konferenz untersuchte avantgardistische Rekonfigurationen von Stoff und Materie, die auf der Suche nach neuen Bedeutungen und Effekten entstehen. Der Schwerpunkt der Konferenz lag in der Analyse interdisziplinärer Überschneidungen und Adaptionen von Strategien, Theorien und Techniken sowie darin, wie in unterschiedlichen künstlerischen Disziplinen Konzeptionen und Ausdrucksformen disparater Zeichensysteme übersetzt, transformiert und inkorporiert werden.
http://www.kent.ac.uk/english/materialmeanings/index.html?tab=german

Beiträge setzten sich mit folgenden Thematiken auseinander:

den Interferenzen und Konflikten zwischen künstlerischen Disziplinen;
den Kombinationen verschiedener Medien in individuellen Kunstwerken oder in künstlerischer Praxis;
der Konzeption von Zeichen als Material und von Material als Zeichen;
der Materialität der Kunst und der Kunst der Materialität;
der Kunst und ihrer materiellen Umwelt;
der Welt als Material und Bedeutung;
dem Text als Objekt und dem Objekt als Text;
der Transfigurierung von traditionellen oder gefundenen Materialien;
den materialen Wirkungen der Avantgarde;
den Beziehung zwischen Manifesten und Kunstwerken;
der Technologie und der Transformation ihrer Bedeutungen;
und der Inkorporation des ‚Anderen’.

Es gab Beiträge zu allen Feldern avantgardistischer Aktivität: der Kunst, Literatur, Musik, Architektur und dem Film, künstlerischen und sozialen Bewegungen, Lifestyle, TV, Mode, dem Drama und der Performance, dem Aktivismus, Design und der Technologie.

Im Panel „Concrete Signs & Traces of Matter: Challenging the Material Limits of Media in Post-war Avant-gardes” gab es Vorträge von
– Thomas Eder, “Concrete Poetry and Matter: Exemplification and weak synaesthesia.”
Gabriele Jutz (chair) “Trace, Gesture, Relic: Echoes of the Index in Experimental Cinematic Practices.”
– Wolfgang Müller-Funk “Quad, square and the salient point. Semiosis in the oeuvre of Friedrich Achleitner.”

Thomas Eder berichtete von großem Interesse für die Thematik der österreichischen Nachkriegsavantgarden speziell in der britischen Forscherinnencommunity und von geplanten Übersetzungen.

Zum gesamten EAM 2012 Draft Programm

High & Low

2. EAM-Konferenz 9. – 11. September 2010 – Adam Mickiewicz University, Poznań / Polen.

An dieser zweiten EAM-Konferenz nahm Gabriele Jutz von viennAvant wieder teil, diesmal im Rahmen einer großen, von Wolfgang Müller-Funk geleiteten Session “Avantgarde-Literatur und –Film im zentraleuropäischen Kontext”.

Das Referat von Gabriele Jutz beschäftigte sich mit “Anwendungen von László Moholy-Nagys Produktion-Reproduktion in Film und Medienkunst”

EUROPA ! EUROPA ?

1. EAM-Konferenz 29.-31. Mai 2008 – Universität Gent, Belgien

Auf Initiative des Nordic Network of Avant-Garde Studies hat sich das europäische Netzwerk für Avantgarde- und Moderneforschung EAM gegründet und hat Ende Mai 2008 in Gent seine erste Konferenz zum Thema “Europa! Europa?” ausgerichtet. Dazu wurde ein Call für multidisziplinäre Panels, bestehend aus ReferentInnen zu drei verschiedenen Disziplinen und einem Moderator, ausgeschrieben.

Ein Team aus ViennAvant mit Thomas Eder für Literatur, Gabriele Jutz für Filmwissenschaft und Bernhard Steger und Rudi Kohoutek für Architektur erarbeitete ein Konzept, und die Einreichung “Die Verbesserung von Mitteleuropa aus dem Fundus lokaler Traditionen. Nachkriegsavantgarden in Wien 1945–1970” wurde trotz starker Konkurrenz für die Konferenz ausgewählt.

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Foto © Gunther Martens

Die einzelnen Referate waren:

– Thomas Eder (Universität Wien): “grauen, namloses grauen”. Pragmatische Umwertung des Vorhandenen in den Arbeiten der Wiener Gruppe.
Gabriele Jutz (Universität für angewandte Kunst Wien): Die Politik des Dialekts in der österreichischen Filmavantgarde
Rudolf Kohoutek / Bernhard Steger (Technische Universität Wien): Wiener Architektur 1955–1970: Avantgarde wider Willen, aber erst recht
– Moderator des Panels war Wolfgang Müller-Funk.

Die Präsentation der Gruppe stieß auf großes Interesse.